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Kostenbremse-Initiative

Wie die Kostenbremse-Initiative die Gesundheitsversorgung ausbremst

Die Kostenbremse gibt ein Kostenziel vor, aber keine Lösung, wie dieses Ziel erreicht werden soll. In Tat und Wahrheit werden mit der Umsetzung der Initiative willkürlich Leistungen aus der Grundversicherung unabhängig vom Bedarf begrenzt. Wäre die Initiative z.B. im Jahr 2000 eingeführt worden, wäre heute über ein Drittel der Leistungen der Grundversicherung ohne Versicherungsdeckung. Dies würde v.a. Menschen treffen, die auf eine solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung angewiesen sind. Wer es sich leisten kann, würde die nicht mehr versicherten Leistungen wohl selber zahlen. Das bedeutet nichts anderes als Zweiklassen-Medizin!
Da die Kostenbremsen-Initiative ausschliesslich die Leistungen der Grundversicherung betrifft, würde insbesondere die Grundversorgung schwer getroffen. Denn gerade die Grundversorgung finanziert sich fast ausschliesslich aus der Grundversicherung, die mit der Kostenbremse massiv beschnitten würde. Obwohl das Stimmvolk vor fast genau zehn Jahren mit 88% eine Stärkung der medizinischen Grundversorgung angenommen hat, leidet diese heute unter grösserem Fachkräftemangel denn je. 25% der Grundversorger (Hausärzte und Hausärztinnen, Kinderärztinnen und Kinderärzte) wollen in den nächsten Jahren aufhören. Bei Annahme der Initiative würde es für diese Praxen noch viel schwieriger eine Nachfolge zu finden. Jede dritte Praxis nimmt schon heute keine neuen Patienten und Patientinnen mehr auf.
Mit der geplanten Koppelung der Patientenversorgung an die Konjunktur könnte die Grundversicherung nicht mehr allen Patienten und Patientinnen die notwendigen Leistungen finanzieren. Die Selbstzahlungen würden deutlich ansteigen und die Haushalte erst recht belasten. Die Prämienzahlenden wären neu mit Unterversorgung und Zweiklassenmedizin konfrontiert. Viele Gesundheitsfachpersonen würden wohl in einem solchen Gesundheitswesen nicht mehr arbeiten wollen.

Hans-Ueli Fuchs, Castrisch

Hans-Ueli Fuchs
16.05.24 - 11:19 Uhr
Leserbrief
Ort:
Castrisch
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