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Muttertag für den Planeten Erde

Neben dem wir am Muttertag unsere biologischen Mütter ehren, ist es mir ein Anliegen, dass wir Menschen an dieser Stelle, als eines der Lebewesen dieses Planeten, uns an unsere Mutter Erde erinnern und dieser Achtung und Wertschätzung entgegen bringen.
Als westliche Kultur haben wir diese, unsere Mutter, die unsere Lebensgrundlage ist, seit dem Anthropozän - den letzten grob 200 Jahren der Industrialisierung und mit der schrittweisen Ausprägung einer rationalen Technokratie - oft mit Füssen getreten, schamlos ausgenutzt, verdreckt, ausgeplündert und misshandelt; und wundern uns seltsamerweise jetzt darüber, dass diese Handlungsweise nun mehr und mehr Konsequenzen hat, die auf uns zurückfallen - Klimaveränderung, soziale Spannungen, Pandemien etc.
Mir scheint, dass es Zeit ist, dass wir im Zusammenhang mit diesem Tag für die „grosse Mutter“ Natur bzw. Erde uns darauf besinnen, dass wir nicht mehr, aber auch nicht weniger sind, als ein Teil dieser. Lasst uns aus der Arroganz und Fehlorientierung erwachen uns wieder auf eine angemessene Rolle besinnen, uns wieder in dieses Mutter-Ökosystem bewusst und demütig einfügen und nicht weiter an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen. Es gibt schöne Beispiele, die in die Richtung dieser Wertschätzung gehen - wie „Plant for the Planet“, „Restore“, „Rewilding Europe“ oder auch die „Donut-Ökonomie“. Neben dem Dank an unsere Mütter, können wir also ebenso der Erde auf der wir leben dankbar sein.

Thomas Rüedi
12.05.24 - 09:44 Uhr
Leserbrief
Ort:
Domat/Ems
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Ich stimme Thomas zu, lasst uns für die Erde sorgen. Sie ist zu schön, um sie zu zerstören.
Wo ich anderer Meinung bin: Pandemien haben nichts mit der Industrialisierung der Neuzeit zu tun.
Pandemien, also weltweite Ausbrüche von Infektionskrankheiten, gibt es seit der Antike. Einige Beispiele aus der Forschung:
- Um 3500 v. Chr. gab es eine Pestepidemie in Europa, Asien und vom Baikalsee bis zur Iberischen Halbinsel, die 2017 anhand von Zahn- und Knochenfunden nachgewiesen wurde.
- 430-426 v. Chr. wütete in Athen die sogenannte Attische Pest, der schätzungsweise 75.000-100.000 Menschen (25-33% der Bevölkerung) zum Opfer fielen. Der Erreger konnte nicht identifiziert werden.
- 293 v. Chr. wütete eine nicht näher identifizierte Epidemie in der römischen Republik.
- In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts v. Chr. grassierten im ägyptischen Reich und in Vorderasien Seuchen, möglicherweise die Pest, deren Erreger nicht identifiziert werden konnte.
- Im Mittelalter: Pest, Pest, Pest
Man kann also sagen, dass Pandemien die Menschheit seit Jahrtausenden heimgesucht haben und keineswegs ein neues Phänomen sind. Die Ursachen und Erreger konnten in der Antike oft nicht identifiziert werden, aber die verheerenden Auswirkungen sind durch historische Aufzeichnungen belegt.