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Alt-Bundesrätliche Ängste

Sie werden es nicht glauben: Gestern bekam ich Post von Doris Leuthard, Adolf Ogi und Johann Schneider-Ammann, sie erinnern sich zwei sehr Alt-Bundesräte und eine Alt-Bundesrätin. - Mein Gott, es ist ein Bettelbrief! Die drei schreiben: «Wir wenden uns heute mit ernster Besorgnis an Sie, da die finanzielle Zukunft unserer AHV stark bedroht ist.» Dass die Drei Angst um ihre Rente haben, hat mich echt erstaunt, kriegt doch jeder von ihnen über 200'000.- Franken im Jahr von uns Steuerzahlenden auf Lebzeiten.

Also klar ist: Die drei haben Angst vor einem «Ja» zur 13. AHV-Rente. «Per 2026 müsste die Mehrwertsteuer um 1 % erhöht werden», schreiben sie. Als ob sie das zu entscheiden hätten.

Tatsache ist, dass der Initiativtext zur 13. AHV-Rente absichtlich offenlässt, durch welche Massnahmen die Auszahlung finanziert werden kann. Falls es die überhaupt braucht.

Die AHV ist nämlich kerngesund, hat eine Reserve von beinahe 50 Milliarden. Ihr Untergang wird von den Gutbetuchten seit über 40 Jahren heraufbeschworen, der ist aber nie eingetreten und wird es auch künftig nicht. So dürfen wir getrost «Ja» sagen zur 13. AHV-Rente. Den drei Besorgten wünsche ich einen geruhsamen Lebensabend.

Robert Cavegn
08.02.24 - 21:15 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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Hier Links zu 2 Interessanten Artikeln über AHV 13 und Kritik an der "Giesskanne"

1. Wir produzieren Jahr für Jahr rund 10 BIP-Prozente bzw. für rund 80 Milliarden Franken mehr, als wir konsumieren.

https://www.infosperber.ch/politik/schweiz/13-ahv-rente-weder-unpraezis…

2. Wo die Giesskanne nicht stört, bei Familienzulagen, Subventionen.

https://www.infosperber.ch/gesellschaft/sozialversicherungen/13-ahv-ren…

Offenbar verwechseln sie etwas. Die ehemaligen Bundesräte/innen erhalten ein Ruhegeld, das nichts mit der AHV zu tun hat. Sie sorgen sich nicht um ihre Pension, sondern um diese, der Bezüger der AHV und vorallem der Jungen, die das bezahlen müssen.
Zudem ist die Reserve der AHV ziemlich genau die Ausschüttung eines Jahres. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen, ist das rasch aufgebraucht und ist nur noch ein Defizit ab 2030 zu erwarten.

Besorgt? Wie rührend.

Wären sie nur auch so besorgt über steigende Wohn- und Energiekosten sowie explodierende Krankenkassen Prämien. 

Und über die Verletzungen der Neutralität, indem man bei Kriegsparteien Partei ergreift statt sich neutral und vermittelnd verhält.

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