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Bürgerliche Ausverkauf

«Land verkaufen? Sicher nicht!» Treffender als in einem Votum im Churer Gemeinderat vom letzten Donnerstag kann man nicht beschreiben, was fast sämtliche Schweizer Städte heutzutage machen; nämlich Sorge tragen zu ihrem Grund und Boden. Nur in Chur haben es der Stadtrat und die bürgerliche Mehrheit des Gemeinderates wieder einmal geschafft, gegen jede Vernunft Bauland an bester Lage weit unter dem Marktwert an schwerreiche Investoren zu verscherbeln. Chur sei schliesslich in der Vergangenheit mit den Investoren der Baugesellschaft «nicht schlecht gefahren». Man wird den Eindruck nicht los, dass der aktuelle Churer Stadtrat die Interessen einiger sehr einflussreicher Investoren höher gewichtet als die Interessen der Churer Bevölkerung. Es ist höchste Zeit im Juni Politikerinnen und Politiker in den Churer Stadtrat zu wählen, die sich unabhängig und glaubwürdig für das Wohl der ganzen Bevölkerung einsetzen.

Richard Walder
05.02.24 - 11:24 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
https://www.suedostschweiz.ch/graubuenden/chur-geht-mit-city-west-ins-g…
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Warum nur der Stadtrat? Der gesamte Gemeinderat hat in der Vergangenheit beinahe alles abgesegnet, was vom Finanzgenie und Visionär Marti kam. Diese «Finanzexperten» spielen Monopoly mit ein paar wenige Variablen und glauben, dass die ein äusserst komplexes, chaotisches System genügend darstellen. Und dann geschieht etwas, womit man nicht gerechnet hat (eine Epidemie, ein Krieg), und das geschieht früher oder später unweigerlich. Und dann ist die übliche Ausrede, dass man damit nicht rechnen konnte. Genauso gut könnte sagen, dass man angenommen hat, ewig zu leben, weil man noch nie gestorben ist. Und jetzt haben wir uns mit all diesen Megaprojekten dermassen vorausgabt, dass wir uns – zumindest laut Stadträtin Maissen – Massnahmen, die die negativen Auswirkungen des Klimawandels in Chur lindern, nicht leisten können.
Noch lustiger: Herr Meuli, der als FDP Gemeinderat die Misere mit verursacht hatte, spielt sich als Retter in der Not auf, der als Stadtpräsident alle Probleme lösen wird, so nach dem Motto `Wenn das Kalb ertrunken ist, deckt der Bauer den Brunnen zu`.