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Alpen-Bashing nach Solar-Nein

In den Zürcher Zeitungen findet aktuell ein eigentliches Alpen-Bashing wegen abgelehnter Solarkraftwerke in den Bergen statt. Die Bergler sollen ihren Beitrag leisten an die Energiestrategie 2050, die einen massiven Zubau an Solar- und Windkraftanlagen vorsieht. Insbesondere alpine Solarkraftwerke mit einem hohen Anteil an Winterstrom sollen es richten. Stattdessen wird ein Projekt nach dem anderen abgelehnt, angeblich weil wir einzig unsere schöne Berglandschaft unberührt erhalten wollen. Dabei war die Ablehnung von Nandro Solar durch die Gemeinde Surses ein vernünftiger und weiser Entscheid: Die Gestehungskosten für Winterstrom ab einem alpinen Solarkraftwerk sind auf jeden Fall deutlich höher als von einer Solaranlage auf dem Dach einer Industriehalle in Zürich, selbst wenn das Berggebiet bereits erschlossen ist wie etwa die Totalp auf Parsenn. Dabei wird kein einziger Quadratmeter Natur verbraucht. Eine Studie der Berner Fachhochschule ergab, dass durch konsequente Nutzung geeigneter Dächer und Fassaden in der Schweiz rund 10 TWh Solarstrom im Winterhalbjahr produziert werden können, fünf Mal soviel wie mit allen geplanten alpinen Solarkraftwerken zusammen.

Raimund Hächler
31.01.24 - 10:06 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
«Aus für Nandro Solar: «Ein so klares Votum kann man besser abhaken» vom 30. Januar 2024
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Ich bin mit Ihren Ausführungen absolut einverstanden. Auf geeigneten Dächern PV zu realisieren wäre einfacher und effektiver. Ich bin leider aber überzeugt, dass das so nie kommen wird. Warum? Wenn auf Privatdächern PV realisiert wird, können unsere Stromkonzerne keine Milliarden-Gewinne mehr ausweisen, das Stromproduktions-Geschäft entgleitet ihnen so aus den Händen. Das wollen die Stromkonzerne auf jeden Fall verhindern, sie wollen alleinige Stromproduzenten sein. Darum werden die Stromkonzerne in Bern eine intensive Lobby-Arbeit betreiben, damit die von Ihnen vorgeschlagene Lösung nie realisiert werden kann. Dass Lobbying betrieben wird zeigt auch, dass Stromkonzerne für die Realisierung von PV-Anlagen Subventionen von 60% der Erstellungskosten erhalten. Private erhalten für Ihre PV-Anlage nur lausige 10%. Von der Politik bzw. den die Politiker bearbeitenden Stromkonzernen ist das bewusst so gewollt. Anstatt dass die Politiker fürs Volk schauen, begünstigen sie lieber die grossen Stromkonzerne, in deren VRs sie
(die Politiker) dann zum Dank Einsitz nehmen können.