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Fussball-WM in Katar

Ach ja. Geld regiert die Welt. Ich finde es ja schön, dass Sie Katar als demokratisches und offenes Land erlebt haben. Ich habe da nichts dagegen. Aber trotzdem darf ich auch kritisieren: Katar hat sich die Demokratie «erkauft» mit Milliarden und Millionen von Geld, egal welche Währung! Es ist klar, dass Sport ein Politikum geworden ist. Aber bitte, vergleichen Sie die Schweiz nicht mit Katar. «Schweizer Werte» nennen Sie es. Die Schweiz ist die Schweiz und Katar ist Katar – fertig. Ich weiss nicht, ob Sie vor der WM eine Dokumentation im Fernsehen gesehen haben oder nicht. Ein wenig Wahrheit wird in solchen Dokumentationen schon vorhanden sein, sei es wegen Homophobie oder toten Bauarbeitern. Nicht alles sind Fake News. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spass beim Schauen dieser WM. Ich boykottiere es weiterhin und geniesse am Abend oder Nachmittag einen Glühwein beim Christkindlmarkt – ohne Fussball, aber mit anregenden Gesprächen über Gott und die Welt oder Eishockey. Gruss

Paolo Passerini
29.11.22 - 15:14 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Leserbrief von Werner Marti "Doppelmora - Die WM in Katar" Ausgabe GR von 29. November 2022
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Herr Marti, zu den Fake-News, die Sie verbreiten: Sie schreiben: «.... nicht tausende von Gastarbeiter ums Leben gekommen, sondern eine Handvoll, die im Rahmen der normalen Sterblichkeit auch in deren Heimat im gleichen Zeitraum gestorben wären ...» Die Wahrheit ist eher hier zu suchen: Das Organisationskomitee (Organisationschef Hassan al-Thawadi) von Katar gibt zu: Es waren 400 bis 500 Tote. Ein Bericht des britischen «Guardian» hatte von mehr als 6500 toten Arbeitern gesprochen. Die Opfer seien aus fünf asiatischen Ländern gekommen und im Laufe der vergangenen zehn Jahre zu Tode gekommen. Bisher hatte Katar offiziell von drei Todesopfern gesprochen. Sie schreiben: «... Auch homosexuelle Menschen sind in Katar willkommen ....» Die Wahrheit tönt aber anders: Gestern verteidigte der katarische Energieminister Saad Scherida Al-Kaabi sogar die Todesstrafe für Homosexuelle. Es gebe «Gründe», warum solche Gesetze beschlossen werden, sagt er. Die Gesetze und die Verfassung Katars würden auf der Religion basieren, betont er. «Darauf sind wir stolz.» Völkerverständigung sieht anders aus.