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Das Sankt-Florian-Prinzip

Ich laufe fünfmal pro Woche zu Stosszeiten an der Ringstrasse nach Hause. Zwischen 65-70 % der Autos, die sich gegen Chur Süd wälzen, sind mit einer einzigen Person besetzt. Einige davon werden in eben den Quartieren in Ems wohnen, wo die Menschen vom Verkehr gebeutelt sind und Anspruch auf eine Umfahrung erheben. Diese sollten dann aber umso mehr Sympathie für die Anrainer der Ring- und Kasernenstrasse haben und den ÖV nehmen. So schlecht erschlossen ist Ems nicht; alleine mit der Bus Linie 1 gibt es untertags stündlich zwei Fahrten mit einer Fahrzeit von ca. 15 Minuten und wäre die Nachfrage grösser, würde man die Frequenz auch erhöhen. Bis 2035 rechnet die Churer Stadtregierung mit einer Verkehrszunahme von 30 % auf der Kantonsstrasse (Ringstrasse) und damit logischerweise auch auf der Masanserstrasse, und dies hauptsächlich wegen Leuten, die in Chur arbeiten, es aber vorziehen, im Grünen zu wohnen, aber keine Autos tolerieren ausser den eigenen natürlich. Man nennt das «das Sankt-Florian-Prinzip». Und wie auch in Ems ist in Chur die Lösung von Mehrverkehr mittelfristig noch mehr Strassen und Brücken. Wie wärs mit einer Reduktion der Parkplätze?

Fritz Schulthess
29.11.22 - 22:30 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Zum Leserbrief «Ja zur Süd-Ost Strassenverbindung in Domat/Ems» von Flavio Huonder 29. November 2022
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