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Ein «Tennisspieler» im Boxring?

Bei seinem Rücktritt aus dem Nationalrat lies Hans-Ueli Vogt verlauten, er fühle sich im Parlament nicht wohl, er fühle sich wie ein Tennisspieler auf dem Fussballfeld. Der feingeistige Vogt liess im Parlament immer wieder seine «Limite» durchblicken. Genau diese Person will nun Bundesrat werden? Viel mehr als ein Parlamentarier steht ein Bundesrat im Zentrum von Kritik. Ein Bundesrat muss selbst in Krisen funktionieren können und einen kühlen Kopf bewahren. Von seinem fachlichen Sachgebiet her bringt Herr Vogt zweifellos viel mit, aber reicht das? Auf mich macht Herr Vogt nicht den Eindruck, als ob er die Belastungen eines Bundesrates auf Dauer gewachsen wäre, denn ein Bundesrat agiert nicht nur auf einem «Fussballfeld», sondern vielmehr im «Boxring».

Hans Etter
22.11.22 - 09:58 Uhr
Leserbrief
Ort:
St. Gallen
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Führungserfahrung in der Exekutive hat Herr Vogt kaum. Herr Vogt ist ausgezeichnet auf seinem Fachgebiet aber damit hat es sich. Als Führungsperson eines Landes muss er aber ein Generalist sein, welcher sich nicht so rasch aus der Fassung bringen lässt. Genau da schimmerte in der Vergangenheit doch eine Schwäche bei ihm durch.

Hans-Ueli Vogt fühlte sich in der Legislative nicht sonderlich wohl, weil er sich dort zu wenig einbringen konnte. In der Executive ist das Team kleiner und damit kann er mehr strategisch führen und überzeugen. Er hat Führungserfahrung in einem anspruchsvollen Umfeld geholt. Er bringt auch das urbane Gedankengut mit zur Ergänzung des ländlichen, das im Bundesrat schon vorhanden ist.