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Autogerechtes Chur

Im Zusammenhang mit dem Umbau des Staatsgebäudes fällt auf, dass der Kanton die Anzahl Parkplätze für Angestellte und Besuchende auf dem Areal mehr als halbiert und dafür ein paar Dutzend Veloabstellplätze anbietet. Damit leistet der Kanton einen echten Beitrag zur Reduktion des Autoverkehrs in Chur und erfüllt die wichtigste Forderung des von den Stimmberechtigten deutlich angenommenen Stadtverkehrsgesetzes von 1989. Chapeau, lieber Kanton.
Die Stadt Chur hat in der Vergangenheit zwar auch einige Parkplätze in der Innenstadt aufgehoben, aber diese wurden durch zusätzliche Parkplätze in neuen Parkierungsanlagen mehr als kompensiert. Würde die Stadt den Wählerwillen und die Ziele des Stadtentwicklungskonzepts (STEK) so konsequent wie der Kanton umsetzen, würde sie es anderen Städten, wie etwa Lausanne, Bern, Zürich und Basel, gleichtun. Sie würde die heutigen Parkplätze im öffentlichen Raum für weniger Autos in der Stadt, höhere Verkehrssicherheit und mehr Platz für Velos ebenfalls zu einem beträchtlichen Teil ersatzlos aufheben. Aber solange das Auto der Politik liebstes Kind ist, nützen auch gute Gesetze und hehre Ziele eines STEK's nichts. Leider.

Peter Hartmann
03.11.22 - 16:04 Uhr
Leserbrief
Ort:
Trimmis
Zum Artikel:
Sanierung Staatsgebäude in Chur
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