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Ständeratsentscheid torpediert Wasserkraftstrategie

Nun ist die Katze aus dem Sack! Unser Martin Schmid ist am letzten Donnerstag mit seinem Versuch, die Umweltschutzgesetze und insbesondere die Restwasservorgaben wegen drohender Strommangellage ausser Kraft zu setzen, kläglich gescheitert. Eine deutliche Mehrheit des Ständerats will zwar die erneuerbaren Energien von Sonne, Wind und Wasser zügig ausbauen, aber unter bestmöglichem Schutz der Natur. Insbesondere wird am geltenden Gewässerschutzgesetz festgehalten, das vorschreibt, dass bei einer Neukonzessionierung deutlich mehr Wasser im Flussbett verbleiben muss, als dies heute der Fall ist. Martin Schmid rechnet vor, dass damit ab 2035, wenn die ersten grossen vom Kanton Graubünden gemäss kommunizierter Strategie des Heimfalls «geenterten» Kraftwerke neu konzessioniert werden, bis zu 10 % weniger Strom damit produziert werden können. Damit würde die Strategie des Heimfalls wohl eher ein Reinfall für den Kanton. Unsere Wasserkraftlobby konnte das Momentum der Strommangellage-Angst nicht nutzen, um das Gewässerschutzgesetz auszuhebeln. Die Natur hat diese Schlacht gewonnen, aber es wird nicht die Letzte sein.

Meinrad Hofstetter
28.09.22 - 12:34 Uhr
Leserbrief
Ort:
Maienfeld
Zum Artikel:
«Man muss es (nicht) nur wollen» vom 28. September 2022
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