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Der böse Wolf?

Geschlachtete «Nutztiere» schweizweit 2021: 83 Millionen. Nutztierrisse durch Wölfe 2021 schweizweit: weniger als 800. In Relation zur Population, ergibt das pro Wolf 5–6 «Nutztiere» im Jahr, pro Person in der Schweiz 9–10 «Nutztiere». Mit unserem Fleischkonsum sind wir also auch für den Tod von Nutztieren verantwortlich. Anders als wir, zerstört der Wolf aber nicht noch die Umwelt mit seinem Lebensstil, sondern trägt zu einem funktionierenden Ökosystem bei. Wölfe regulieren den Wildbestand und reissen dabei vor allem schwache/alte Tiere. Ein gesunder Wildbestand führt zu weniger Verbiss-Schäden an Jungbäumen und verjüngt den Schutzwald. Dies schützt den Boden vor Erosionen. Jäger entfernen das getötete Tier aus dem natürlichen Kreislauf, der Wolf hingegen lässt Kadaverteile zurück, die als Nahrung für Aasfresser dienen. Destruenten wandeln die Aasreste schliesslich in anorganische Stoffe um. Wölfe tragen also zu einem langfristigen, ökologischen Gleichgewicht bei. Übrigens: Erfreulicherweise ist der Trend bei jährlichen «Nutztierrissen» pro Wolf trotz steigender Wolfspopulation rückläufig. Und vielleicht ist die Einteilung in gut und böse doch nicht so einfach.

Leona Eckert
23.08.22 - 14:13 Uhr
Leserbrief
Ort:
Igis

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Das ist ein gewagter Vergleich. Es ist ein gewollter Ablauf zur Produktion von Lebensmitteln für die Bevölkerung. Aber der Wolf ist ein wesentlicher Störfaktor und vergreift sich an fremdem Eigentum und nicht an frei lebenden Tieren. Die meisten Personen schätzen es nicht, wenn ihnen Geld oder andere Wertsachen gestohlen werden.
Jetzt wird ein riesiger Aufwand gemacht, um den Schutz vor dem Wolf aufzubauen und erst noch mit wenig Erfolg. Das sind X-Millionen, die vom Bund und den Bauern aufgewendet werden. Trotzdem werden beste Zuchttiere gerissen, die nicht für die Schlachtbank vorgesehen waren und auch viel Leid verursachen.
Der Wolf reisst nicht nur ein Tier, sondern gleich mehrere.
Wenn man den Aufwand zum Schutz vor dem Wolf kennen würde, könnte man aufzeigen, wieviel dass ein Wölf kostet. Sind das Fr. 500'000.- oder eine Million? Auf jeden Fall verteuert das die Produktion und das zahlen wir alle mit....auch die Vegetarier!!
Dass der Wolf die schwachen oder kranken Wildtiere reisst ist wohl eher ein Wunschdenken, weil es einfacher ist an Nutztiere zu kommen. Zudem braucht es den Wolf dafür nicht, denn es gibt andere Probleme für die schwachen Tiere wie Störungen durch Menschen und Winter usw.
Das hat alles funktioniert in den letzten Jahrzehnten ohne Wolf in der Schweiz.

Ja natürlich ist es ein gewollter Ablauf zur Produktion von „Lebensmitteln“ für die Bevölkerung. Von wem gewollt? Von den „Lebensmitteln“ in Form von Tieren wahrscheinlich nicht. Der Wolf ist gewiss ein Störfaktor aus Sicht gewisser Menschen. Ich würde sagen, die Menschheit ist ein weitaus grösserer Störfaktor und vergreift sich ebenso an Dingen, welche wir uns einfach zu eigen machen. Wir rauben Tieren ihre Lebensräume. Und alles nur, weil wir uns für die Herrscher über die Welt halten? Woher nehmen wir denn die Erlaubnis dies alles zu tun? Und ich nehme an, dass tatsächlich vermehrt „Nutztiere“ anstelle von alten/schwachen Wildtieren von Wölfen getötet werden. Liegt vielleicht daran, dass „Nutztiere“ ihren natürlichen Fluchtinstinkt verlieren und meist eine irgendwo begrenzte Weidefläche haben, ist der Wolf einmal innerhalb dieser Fläche, können sie nicht allzu weit fliehen. Was übrigens tatsächlich ein Problem ist: Wir haben einen zu hohen Wildbestand. Und mit der Jagd kann man den Wildbestand eben nicht immer gut genug regulieren. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Grossraubtiere wie zum Beispiel der Wolf den (Schutz-)Wald schützen. Macht vielleicht Sinn, wenn wir Massnahmen treffen, um den Wolf in unsere Wälder zurückzuholen. Und zu guter Letzt: Wir Menschen haben es geschafft, unsere wunderschöne Natur innerhalb kürzester Zeit zu zerstören und machen sogar immer noch in rasendem Tempo weiter. Dazu hat der Wolf wahrscheinlich eher weniger beigetragen.

Der Wolf hat sicher auch bei uns seinen Lebensraum. Aber bitte liebe Tierschutzorganisationen und extreme Tierschützer, seht ihr denn nicht die Folgen dieser heutigen Regelung zur Wolfsregulierung! Von vielen Fällen erfährt man nur durch Hintertürchen! Die Wölfe reissen den Nutztieren zum Beispiel den Bauch auf, die Därme hängen heraus und sie verenden qualvoll, wenn nicht die Wildhüter sie erlösen können. Wo bleiben denn all die Tierschutzorganisationen. Die schauen alle weg und getrauen sich scheinbar nicht gegen die Wolfslobby sich zu äussern und einzuschreiten! Wenn irgendwo eine Ziege etwas lauter meckert oder ein Schaf vermehrt blökt sind all die Tierschützer gleich zur Stelle und kontrollieren ob der Tierhalter womöglich seinen Pflichten nicht nachkommt! Es ist dringend nötig, dass in dieser jetzigen Situation gehandelt wird, bevor noch grösserer Schaden entsteht und das regulieren der Wölfe noch gänzlich ausser Kontrolle geratet. Was kostet uns Steuerzahler das alles. Ich mochte wissen wie hoch diese Kosten tatsächlich ausfallen. Dieses Geld könnten wir doch anderweitig sinnvoller einsetzen!
Wo bleibt heute das logische denken vieler Mitbürger?
Koni Bürge, Arosa

Offensichtlich ist es ein schlimmer Tod für die „Nutztiere“, welche von Wölfen gerissen werden, aber es ist eben auch schlimm für alle „Nutztiere“, welche in Schlachthöfen umgebracht werden. Und meiner Meinung nach ist ein absichtliches Töten immer grausam. Egal ob durch Tier oder Mensch. Mit dem Unterschied, dass ein Wolf aus natürlichen Gründen/Instinkten ein Tier reisst, in Schlachthöfen aber, werden Tiere auf nicht natürliche Art und Weise getötet, obwohl wir so viele andere Sachen hätten, die wir zu Essen verarbeiten könnten.

Dieser Text von Leona Eckert ist ein gutes Beispiel für selbständiges Denken. Nein, es ist wirklich nicht so einfach zwischen richtig und falsch, zwischen gut und böse zu unterscheiden, wie viele Leute glauben. Der Mehrheit der Menschen fehlt leider die Fähigkeit vernetzt zu denken. Sie suchen einfache Lösungen und fühlen sich dabei leider nur allzu stark.

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