×

Abstimmungen vom 25. September

Jede Versicherung deckt ihre Auszahlungen mit den Prämien. Nur bei der AHV braucht es noch andere Beiträge, z. B. die Mehrwertsteuer. Mit jedem Einkauf muss jeder mithelfen, die AHV zu finanzieren. Dies ist versicherungstechnisch überhaupt nicht korrekt. Auch die AHV soll sich mit den Prämien finanzieren. Darum müssen die Lohnabzüge leicht erhöht werden und nicht die MWST. Ich bin überzeugt, dass etwas mehr Lohnabzug und dafür etwas weniger MWST für die meisten Arbeitnehmer eine Nullrunde wäre. Leider wehrt sich die Arbeitgeberschaft aber immer gegen höhere Kosten, weil dadurch ihre Gewinne geschmälert werden könnten.
Viele Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor, insbesondere viele Frauen, bekommen in der zweiten Säule sehr niedrige Renten. Dies ist vor allem deshalb der Fall, weil der Koordinationsabzug bei der beruflichen Vorsorge viel zu gross ist. Dieser beträgt zur Zeit Fr. 25'095. Mit tieferem Abzug müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber grössere Beiträge an die berufliche Vorsorge leisten. Dafür wären dann die Altersrenten entsprechend höher. Aber auch diese Kosten wollen die Arbeitgeber bedauerlicherweise unter keinen Umständen tragen.

Darum zweimal Nein: AHV 21 und MWST.

Peter Suter
23.08.22 - 00:15 Uhr
Leserbrief
Ort:
Thusis

Kommentieren

Kommentar senden

Nein, Refinanzierung der AHV mittels Löhne ist genau das Problem. Denn von Arbeit die von Maschinen oder Computern erledigt wird (was im Zuge der Automatisierung und Digitalisierung immer öfter vorkommt) bekommt die AHV wenig bis nichts. Dito von in andere Länder verlagerte Arbeitsplätzen. Die AHV müsste eher über die Produktpreise finanziert werden. Dann stören genannte Faktoren nicht und es wäre gerechter da auch Branchen mit wenig Personal einen Beitrag leisten müssten. Heute sind personalintensive Branchen benachteiligt.
Natürlich ist die MwSt Erhöhung manchen auch ein Dorn im Auge nämlich deshalb, weil bei der MwSt die Schlupflöcher und Steueroptimierungen nicht greifen.
Was das "Rentenalter" anbelangt, dieses sollte künftig mehr mit der Anzahl von Erwerbsjahren verbunden sein.
Übrigens: Österreich schafft es pro Jahr 14 Renten auszuzahlen.
Hier schreien einige schon Zeter und Mordio wenn man von 13 spricht.
Allerdings muss man in AT zuerst 180 Monate eingezahlt haben:

https://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=1101&intPageId=4407&langId=d…ür%20Männer%20mit%2065%20Jahren.

Wie wäre es, wenn die AHV gestärkt würde und die berufliche Vorsorge ganz weg fallen würde. Es gäbe für die Arbeitgeber tiefere Lohnkosten und sie würden wieder konkurrenzfähiger.
Die AHV sollte etwas mehr als existenzsichernd sein, vielleicht ca. 65 % vom Einkommen. Für den Rest kann jede Person selber sparen wie sie will für die Zeit nach dem Erwerb.