×

Wo bleibt die Kernkraft?

Im Gastkommentar vom Bündner Tagblatt über eine sichere und nachhaltige Stromversorgung für die Schweiz skizziert Thomas Bigliel die politischen Weichenstellungen, die nötig sind, um unsere Stromzukunft zu sichern. Wer über zukünftige Stromszenarien spricht, sollte zumindest einen Blick auf die erfolgreiche CO2 freie Stromerzeugung der Schweiz der letzten 50 Jahren werfen. Wasserkraft und Nuklearenergie haben unserem Land über Jahrzehnte eine stabile und ausreichende Stromversorgung gesichert. Es braucht keine «Stromwende», sondern die Weiterführung einer bewährten Stromproduktion. Diese kann mit den heutigen Möglichkeiten der Solarstromerzeugung zusätzlich verstärkt werden. Kein entweder oder sondern ein sowohl als auch.
Damit neue Atomkraftwerke gebaut werden können, müssen die entsprechenden Technologieverbote aufgehoben werden. Die EU hat die Atomkraft als nachhaltig eingestuft, auch deshalb kann die Schweiz ihre bisherige Strompolitik fortführen und durch den Zuwachs an Solarenergie ausbauen. Diesen Einsichten sollte sich auch die FDP nicht verschliessen, zumal sie eine liberale Haltung auf ihre Fahnen schreibt.

Claudio Palmy
01.06.22 - 07:49 Uhr
Leserbrief
Ort:
Igis
Zum Artikel:
Kommentar zum Gastkommentar von Thomas Bigliel im Bündner Tagblatt vom 30. Mai 2022

Kommentieren

Kommentar senden

Wasserstoff, ohne CO2, im Winter genauso zur verfügung, Autos ohne Abgase, Autos ohne Giftige-Batterien, sogar Häuser könnte man damit Heizen, auch jetzt könnte man damit fahren weil man die Benzin Autos zusätzlich umrüsten kann auf Wasserstoff so das man in der Not noch mit Benzin fahren kann, bis es genug Tankstellen gäbe. Im Norden von Deutschland gibt es das schon und sie sind vom TÜF abgenommen. Anstatt Reserverat kommt dort der Tank für Wasserstoff. Und nicht zu vergessen wir könnten Wasserstoff selber Produzieren ohne das wir abhängig sind, CO2 neutral. Was also spricht dagegen da zu Investiren als in die Atomkraft? Da gibt es nur die eine Antwort, die Industrie, Konzerne da kann man im Moment scheinbar nicht so viel verdienen als mit dem Benzin und Normalen Strom.Bei Knappheit geht der Preis schön nach oben und der Staatverdient auch noch toll damit.

Der jetzige Krieg zeigt es: Die Schweiz ist erpressbar geworden. Die Schweiz wird von Russland erpresst weil die Schweiz Gas, Erdöl und Uran aus Russland bezieht. Die Schweiz hat es verpasst unabhängig zu werden bezüglich Import von Brennstoffen.
Wahre Neutralität heisst: Nur Homemade Energie!
Und da stehen Lösungen bereit: Sonne, Wind, Holz, Wasser, Biomasse, ....
Die Technik zur Speicherung von Energie muss optimiert werden. Nicht nur Batterien führen zum Ziel sondern auch Hubspeicherkraftwerke (Lageenergiespeicherkraftwerk), da wird elektrische Energie in Form von potentieller Energie (Lageenergie) des Hubkörpers zwischengespeichert wird. Zum Beispiel: Innovative Tessiner Startup-Gründer haben ein auf Schwerkraft und kinetischer Energie basierendes, langlebiges Energiespeichersystem im Versorgungsbereich geschaffen (siehe https://blog.electrosuisse.ch/betonblocke-als-energiespeicher). Auch Speicherung in Stahlfedern wäre eine Lösung und absolut emmissionsfrei.....
Und noch etwas zur Atomkraft: AKW's sind verdammt vulnerabel, ein paar Bomben genügen eine riesige Sauerei auszurichten......

Die Stromversorgung im Winter ist eine grosse Herausforderung ohne Atomkraftwerke. Vorallem im Winter nicht möglich, weil die Solaranlagen nichts liefern, ausser ein paar wenigen Anlagen im alpinen Bereich.
Zudem steigt der Bedarf massiv mit der Umstellung der Mobilität auf E-Auto und der Heizungen auf Luft-Wassertauscher.
Die grosse Herausforderung ist die Speicherung des überflüssigen "Sommerstroms" für den Winter.

Herr Palmy
Kernkraft ist per se nicht nachhaltig. Das liegt erstens daran, dass Uran nicht erneuerbar ist und zweitens, dass Uran im Tagebau, mit Maschinen die mit fossilen Energieträgern angetrieben werden, abgebaut wird. Gemäss Studien wird in den nächsten Jahren ein EROI von <1 erreicht. Das heisst, für den Abbau und Anreicherung des spaltbaren Urans muss mehr Energie (notabene mit CO2 intensiven fossilen Energieträger) aufgewendet werden als danach in AKWs produziert werden kann. Somit wäre es eigentlich sinnvoller, direkt bei uns einen Dieselgenerator zu betreiben. Damit könnte man sich den Umweg über AKWs mit allen seinen Folgeproblemen wie Endlagerproblematik, Sicherheitsrisiko etc. sparen.

Auch wird es zu einem Engpass des spaltbaren Uranisotop U235 bis Ende dieses Jahrzehnts kommen und die Auslandsabhängigkeit von 100% bleibt erhalten. Jetzt noch auf diese Technologie zu setzen ist sehr sehr blauäugig und blendet die ganze Produktionskette und Produktionsprobleme gekonnt aus. Ein gutes Beispiel von Greenwashing in Reinkultur.

Grüsse

Wer eine Energieerzeugung bevorzugt, deren Rohstoff eines Tages erschöpft ist und die zudem hochgefährlich ist, ist kurzsichtig. Während den letzten sechzig Jahre mussten wir mehrmals die destruktive Kraft der Kernenergie kennenlernen. Zudem suchen wir in der Schweiz seit Jahrzehnten ein Endlager, haben aber kein endgültiges gefunden. Man stelle sich vor, die alten Römer hätten radioaktiven Müll erzeugt und verbuddelt. Wer wüsste heute noch, wo dieser Müll sich befindet? Und wer weiss in 2000 oder 100'000 Jahren, wo wir unseren Müll "entsorgt" haben?
Wirklich zukunftsträchtig sind nur Energiequellen, die nie zur Neige gehen werden: Sonne, Wind,, Wasserstoff oder die Kraft der Gezeiten.

Mehr Kommentare anzeigen