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KK, PK, AHV, Steuern: Lebensqualität hat (s)einen Preis!

Wer von euch ist nicht auch dankbar, seine Eltern und Grosseltern etwas länger zu haben als es die Statistik erlaubt? Wahrscheinlich die meisten von uns.
Steigende Prämien und Finanzierungslöcher sind jedoch ein ständiger Begleiter in der heutigen Zeit bei, gefühlt, allen Dingen was unsere Gesellschaft zu bieten hat. Für mich ist dies ein angeblicher Missstand, der sich bei den meisten Leuten nur im Kopf abspielt. Wir erwarten steigende Qualität zum selben Preis und Fragen uns, weshalb die Rechnung nicht aufgeht. Wieso sind wir nicht bereit die Preissteigerung als ein Zeichen des Fortschritts (sichere Renten, intaktes Gesundheitssystem) anzunehmen? Die Angst und Ohnmacht scheinen ständige Begleiter zu sein, anstatt Hoffnung zu haben und den Mehrwert einer Preissteigerung anzuerkennen. Wir werden zwar über Fakten informiert, dass es Milliarden braucht, aber wissen in vielen Belangen nicht, was es konkret für den Einzelnen bedeutet. Ich glaube daran, dass wir bereit sind, mehr zu leisten, sofern wir wirklich wissen für was und wieviel es dafür braucht. Ich möchte endlich "anständige" Rechenbeispiele für alle Schichten, damit ich selbst entscheiden kann, was ich davon halten soll.

Heinz Hardegger
16.05.22 - 15:24 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur

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Bei der AHV zahlt man prozentual schon lange gleich viel (Arbeitnehmer & Arbeitgeber), dazu gibt es aber noch Geld aus anderen Töpfen. Mit der Rente kann man keine Sprünge machen, weil damit nur die Existenz gesichert wird.
Bei der KK steigen die Prämien, weil niemand sparen will. Alle Leistungsanbieter wollen mehr verdienen und bieten immer teurere Leistungen an. Die Prämienzahler wollen etwas zurück, wenn sie schon so viel Prämien zahlen. Also wird mehr gemacht als nötig --sicher nicht alle, aber leider sehr viele.

Aber steigt die Lebenqualität wirklich.? Sind die Schweizereinwohner tatsächlich gesünder? Oder steigt nur die Lebenserwartung?
Wenn man so hört und sieht, meine ich das leider nicht.....für Gesundheit und Lebensqualtät müsste an anderern Orten angsetzt werden und nicht beim Geld!

Arbeitnehmer- / Arbeitgeberbeiträge gibt es nicht. Auch wenn es vor langer Zeit einmal so definiert wurde und bis heute so gesehen wird. Oder überweisen Sie direkt von Ihrem Bankkonto AHV Beiträge an die Ausgleichskasse? Überweist Ihr Chef von seinem Konto direkt an die Ausgleichskasse?
Es sind rein buchhalterische Zuteilungen.
Es gehört mit zu den ökonomischen Verwirrspielchen, womit leicht Probleme kreiert werden können, die gar nicht existieren. Die genannten Beiträge kommen vom gleichen Kuchen, nämlich vom Geld der Kunden allenfalls Investoren. Will ein Unternehmen nicht rückwärts machen müssen im Preis des Produktes sämtliche Faktoren einkalkuliert werden wie Infrastruktur, Material, Energie, Schuldzinsen usw, MwSt., Lohnkosten welche auch bereits die Sozialabgaben beinhalten. Dies ist uns eben nur nicht bewusst da auf den Rechnungen nur die MwSt aufgeführt ist.

Die Angst und Ohnmacht resultiert aus fehlendem Wissen über das Geld, mit welchem wir täglich zu tun haben.

Ich war „nur“ Realschüler aber dort lernten wir immerhin noch den Geldkreislauf, heute lernt man in der Schule offenbar nichts mehr über Geld?

Anders kann ich mir die falschen Vorstellungen nicht erklären. Viele betrachten Geld wie eine Art „Einwegticket“. Z.B der Rentner bekommt seine AHV gibt das Geld aus und dann existiert es nicht mehr. Dabei führen die Geldausgaben der Rentner genau wie die der Arbeitnehmer wieder zu Einnahmen in den verschiedensten Zweigen der Wirtschaft. Und in diesen Einnahmen sind auch der Anteil für Sozialversicherungen, KK und Steuern enthalten. Es folgen dann aus den Wirtschaftseinnahmen eine buchhalterische Aufteilung in die verschiedenen Positionen, darunter auch fragwürdige wie Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile, die es so gar nicht gibt. Alles Geld stammt ja aus dem gleichen Kuchen.

Problematisch ist, dass Maschinenarbeit und Auslandsarbeit nicht Sozialabgaben pflichtig ist. Dies ist das wahre Problem und nicht ein Ansteigen der Anzahl Rentner wobei von Banken, Versicherungen und Politikern masslos Panik geschürt wird und die Austritte aus der AHV die es auch nicht so wenige gibt meist nicht mal genannt werden.

Ein weiteres Problem ist das „Rentenalter“ welcher nach einer statistischen Lebenserwartung statt Anzahl Erwerbsjahre festgelegt wird. Nach nur einem Beitragsjahr hat man in der CH schon Anrecht auf Rente und wenn die nicht reicht springt die Ergänzungsleistung ein.

Am Ende bekommen diejenigen mit wenigen Beitragsjahren gleich hohe Renten wie diejenigen mit kleinen Löhnen und 40+ Beitragsjahren. Zur „Krönung“ werden bei denjenigen mit früher Erwerbstätigkeit noch die Jugendjahre (17-20) unterschlagen. Diese werden bei den Renten nicht mal angerechnet.

Was man aber immer im Hinterkopf haben sollte: Es gibt eine sogenannte Gesamtgeldmenge. Diese muss der Bevölkerungsgrösse des Landes angepasst sein. Alleine eine wachsende Bevölkerung erfordert auch eine wachsende Geldmenge, was auch mehr Schulden bedeutet, da der Grossteil des Geldes aus Bankschulden geboren wird, der Rest aus Bankinvestitionen.

Die Geldprobleme sind hauptsächlich den unzähligen „Kässeli“ und den damit verbundenen ökonomischen Spielchen zu verdanken. Entscheidend für den Wohlstand ist aber die Gesamtgeldmenge und nicht die einzelnen Kässeli.

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