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Neujahrsvorsätze

Neujahrsvorsätze

Mehr Sport treiben, weniger essen und andersdenkenden Mitmenschen in dieser krisengeplagten Zeit freundlich begegnen - das werden sich sicher viele von Ihnen vorgenommen haben. Ich möchte Sie heute auf ein weiteres Thema aufmerksam machen, das wir gerne verdrängen: die Klimakrise, vor der der Weltklimarat seit über 30 Jahren warnt. Die katastrophalen Überschwemmungen in Deutschland und die verheerenden Waldbrände in den USA waren erste Vorboten. Wir müssen jetzt handeln und den CO2-Ausstoss jedes Jahrzehnt halbieren, um das Klimaabkommen von Paris einzuhalten. Max Feigenwinter schreibt so treffend: Was nützt es, wenn uns ein Licht aufgeht, wenn wir Möglichkeiten sehen, wenn wir den Auftrag vernehmen, aber nicht aufstehen, nicht einstehen, nicht aufbrechen, nicht handeln? Wären nicht folgende Taten im neuen Jahr gefragt: das Auto öfter stehen lassen, weniger Fleisch essen, weniger fliegen und bei den kommenden Grossratswahlen Parteien wie die Grünliberalen unterstützen, die sich für konsequenten Klimaschutz einsetzen? Ich jedenfalls möchte meinen Teil beitragen, auch wenn ich nicht sicher bin, das Ziel zu erreichen, meinen Träumen folgen, meine Meinung vertreten und andere ermutigen

Ursula Leuthold
03.01.22 - 07:39 Uhr
Leserbrief
Ort:
Grüsch

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Viele Personen brauchen das Auto beruflich und Fleisch essen aus der Region ist auch umweltverträglich. Es kann ja auch Wild oder Wildschwein sein.
Warum nicht auf Kreuzfahrten verzichten, denn was diese Riesentanker ausstossen ist ja enorm. Zudem wäre es effizienter man würde auf Bananen oder Ananas verzichten, denn der Wasserverbrauch ist ja gigantisch und dazu kommt noch der Transport.
Auch Waldbrände sind nicht nur eine Folge des Klimawandels - teilweise werden die Brände gelegt und anderseits wie in Griechenland ist es eine Verschlampung der Regierung, die nicht bereit war, die nötigen Flugzeuge zum Löschen zu stellen. Es nützt nichts, wenn der zuständige Regierungsrat entlassen wird - dann ist der Wald schon verbrannt und damit sehr viele Tiere.

Liebe Frau Ursula Leuthold, Ihre Leserbriefe lese ich stets gerne. Ihre frommen Wünschen in begrüssenden Ehren, aber das dürfte auf diese Weise leider, ich möchte geradezu sagen: logischerweise, nichts werden, weil:
1) ich derlei Aufrufe seit mindestens 50 Jahren erlebe, jedoch der Weltzustand (Beispiel: Artensterben, von dem ich Mieter in Dauerlärm und Dauerpassivrauchen auch betroffen sehe) weiter schlechter wurde.
2) trotz Klimaprotesten die Auto-Schlangen des Wohlstandsvergnügungsverkehrs vor meinem Fenster (Südumfahrung Chur) immer grösser statt kleiner werden (was nicht dem Verursacherprinzip entspricht, denn ich bin lebenslanger Nichtautofahrer).
3) Sie ändern die Folks (leider) nicht durch Aufrufe oder Protestumzüge, also beispielsweise mit Plakaten wie "Make Love Not CO2" (der Spruch funktionierte schon betreffend "War" nicht)
https://www.tausendkind.ch/artikel/buch/make-love-not-co2_27469780-1
und falls doch beim Klima (das jedoch viel umfassender den Gesundheitsschutz inkludieren sollte), so dermassen homöopatisch langsam, dass es nicht "innert nützlicher Frist" passiert.
4) selbst ich blauäugiges Greenhorn hatte Illusionen punkto "Grüne Partei Schweiz", deren schönem Schlagwort "Systemwechsel". Inzwischen weiss ich, dass ich bei dieser Partei nicht landen kann mit meiner Gripsgymnastik (Brainstorming in jeder Windstärke) als einziger Hoffnung. Wie sollte das dann erst mit Ihrer Grün-Liberalen-Partei gehen, die ja wirtschafts-immanent sich sieht (exponentielles Wachstum), also den Systemwechsel erst recht ausschliesst?
Fazit:
Für alle, die trotzdem noch Sinn fürs Denken (so wie in den guten, alten Zeiten), gar "Freude am Denken" (statt "Freude am Fahren", BMW-Slogan) haben: ich stehe im Telefonbuch.