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Zahllose Massnahmen

Ich trainiere oft im Fitnessklub und finde es befremdend, wie viele sich einen Deut um die Maskenpflicht scheren und dies bei einem Sport, wo oft explosionsartig ausgeatmet wird. Es handelt sich dabei vor allem um Jüngere, die die Boosterimpfung sehr wahrscheinlich noch nicht hinter sich haben, aber da war auch ein Arzt, der sich nach mehrmaliger Aufforderung weigerte, die Maske aufzubehalten. Es ist offensichtlich, dass Eigenverantwortung nichts bringt, da man ja für sein unverantwortliches Handeln nicht die vollen Konsequenzen tragen muss.

Ich frage mich, ob in Chur in Fitnesscenter jemals Kontrollen durchgeführt werden. Wenn ja, dann so selten, dass es sich nicht rumspricht, was bei Weitem nicht genügt. Das heisst, diese ganzen Massnahmen sind zahnlos und sie werden bald mal empfindlich verschärft werden müssen. Es ist untragbar, dass man es den Angestellten überlässt, Polizei zu spielen und dies ohne Back-up. Zu riskieren, dass man sich selbst oder jemand anders ansteckt, sollte nicht als Kavaliersdelikt geahndet werden, da die Folgen fatal sein können. Es braucht mehr Kontrollen und empfindliche Strafen für Massnahmenverweigerer. Sonst wird das noch sehr lange dauern.

Fritz Schulthess
27.12.21 - 12:06 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur

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Sehr geehrter Herr Schulthess
Sie können einem nur Leid tun mit Ihren Problemen.
Was kümmert es Sie, was andere Besucher im Fitness Studio machen. Schauen Sie für sich selbst und lassen andere Mitmenschen in Ruhe.
Weltverbesserer brauchen wir nicht auf unserem Planeten und in der Schweiz.
Es belästigt Sie keiner der Besucher, welcher die Maske nicht trägt.
Schliessen Sie nicht von sich auf andere Menschen.
Guten Rutsch ins neue Jahr.

Aber die Abtrennung der Wirklichkeit von der Idee ist besonders bei dem Verstande beliebt, der die Träume seiner Abstraktionen für etwas Wahrhaftes hält und auf das Sollen, das er vornehmlich auch im politischen Felde gern vorschreibt, eitel ist, als ob die Welt auf ihn gewartet hätte, um zu erfahren, wie sie sein solle, aber nicht sei; wäre sie, wie sie sein soll, wo bliebe die Altklugheit seines Sollens?
Hegel 1930

Ich habe das Glück meinen Sport im Freien ausüben zu können. Auf einem Berggipfel braucht man keine Maske. Dieses Glück haben nicht alle. Dann sollte man erwarten können dass sich die Indoorsportler korrekt verhalten und die Vorschriften einhalten. Auch ich wehre mich, wenn bei einem Anlass gewisse Personen sich erlauben ohne Masken oder falsch aufgesetzte Masken teilzunehmen. Man kann es Denunzation nennen, es ist mir Wurst. Aber wenn Massnahmengegner überzeugt sind dass eine Maske nicht nützt (trotz unendliche viele Untersuchungen) ist es mein Recht mich für meine Gesundheit und die Gesundheit meiner Mitmenschen einzusetzen. Darum gebe ich Herrn Schulthess mit seinen Argumenten recht.

Es geht doch nicht nur um Fitnessclubs sondern um alle dienstleistende Betriebe, wo Menschen in engem Kontakt sind. Wenn einem gesagt werden muss, was die Vorschriften sind, zeugt das einfach von Unreife und einem totalen Mangel an Respekt für die Angestellten solcher Betriebe, denen Polizei zu spielen höchst peinlich ist. Solchen Individuen fehlt einfach die nötige Empathie. 

Es gehört auch zur Selbstverantwortung, selber zu denken und diese (Auf)gabe nicht an den Staat abzutreten. Wer allen, Ernstes glaubt, dass ein Vlies in, der Qualität der gängigen Hygienemasken auch nur ein Virus fern- oder zurückhält, sollte sich einfach mal vergegenwärtigen, mit welcher Schutzausrüstung Menschen agieren, welche tatsächlich gefährlichen Viren ausgesetzt sind. Sie sind lediglich einer jener welche glauben, Verantwortung zu übernehmen, indem sie sie abgeben. Schlimmer, noch: Sie, fühlen, sich nun auch noch ermächtigt, mit dem Finger auf andere zu zeigen und outen sich damit als Denunziant. Ob dies das gesellschaftliche Miteinander erträglicher macht, wage ich zu bezweifeln.

Da kann ich ihnen nur beipflichten. Die Spaltung der Gesellschaft wird durch die Geimpften provoziert. Diese glaube, sie dürfen alles sagen und sogar Morddrohungen aussprechen. Diverse Politiker fordern dazu auf, die Ungeimpften weniger gut zu behandeln - nicht auf Intensivstation - oder sie sollen die Kosten selber tragen. Neue Ideen tauchen auf, dass die Nichtgeimpften mehr Krankenkassenprämie zahlen sollen. Da stellt sich doch die Frage, warum müssen die Raucher, Drögeler, Bewegungsmuffel und die Fettleibigen nicht mehr Prämie bezahlen? Diese Leuten könnten das selber steuern, tun es aber nicht . Wo bleibt denn da die Solidarität? Darum gibt es Unstimmigkeiten in der Gesellschaft.

Es ist schon etwas befremdlich und hat auch eine komische Seite, wenn man statt in der Natur sich in ein Fitnesscenter begibt und sich dezent beklagt, dass einige keine Masken tragen. Nun, als ob dieser Filter effektiv wäre, wie schon Daniel Koch als Mr. Corona ganz am Anfang gesagt hat. Item, sei es drum, ja, es braucht mehr Selbsttests auch für Geimpfte, da es offensichtlich ein Faktum ist, dass man auch als doppelt Geimpfter sich in einer völlig falschen Scheinsicherheit wägt, mit Querverweis zum Spenglercup und auch auf den Skizirkus, wo Geimpfte positiv getestet worden sind, darum den Irrsinn stoppen und laufen lassen, der Virus ist eh schlauer als wir Menschen.

Unser Mathematiklehrer Luzi Hartmann pflegte zu sagen, dass, wenn in einer Gleichung für x Kartoffeln statt Orangen eingesetzt werden,  viele die Gleichung nicht mehr lösen können. Es geht nicht nur um Fitnessclubs sonder Restaurants, Läden, Bahn und Busse etc., wo Angestellte ohne die dazu nötige Ausbildung die Arbeit der Polizei machen und sich dabei kompromittieren. Und seit wann können wir entscheiden, welche Gesetze und Bestimmungen uns genehm sind? Das hört sich nach Pöbelherrschaft an, ermutigt von einzelnen Politikern.

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