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Luxusprobleme im Cazis Hilton

Luxusprobleme im Cazis Hilton

Ihr residiert in einem der schönsten und modernsten Gefängnisse der Welt. Ihr erhaltet Privilegien, von denen Strafgefangene in Euren Herkunftsländern kaum zu träumen wagen. Jeder von Euch kostet uns deutlich mehr Steuerfranken als die Bewohner unserer Alters- und Pflegeheime. Und mit ein bisschen Arbeit könnt Ihr während Eurem Aufenthalt in Cazis eine hübsche Geldsumme auf die Seite legen, nebst freier Kost und Logis.

Und trotzdem seid Ihr nicht zufrieden. Ihr beklagt Euch darüber, dass man Euch lediglich zwei halbe Stunden Arbeitspausen pro Tag gewährt. Vielleicht tröstet Euch die Tatsache, dass die Arbeitspausen der meisten Steuerzahler, die Euren Aufenthalt im Domleschg finanzieren, deutlich kürzer ausfallen. Ihr stört Euch daran, dass Eure Briefe gelesen und Eure Telefongespräche mitgehört werden. Aber vergesst nicht, Ihr sitzt in einem Gefängnis, auch wenn sich das vielleicht nicht so anfühlt. Ihr habt schwere Verbrechen begangen. Also spielt jetzt nicht den Neymar, sondern tragt Eure Strafe mit Anstand und Würde. Und zeigt ein bisschen Dankbarkeit. Sonst dürft Ihr den Rest Eurer Strafe gerne in Eurem Heimatland absitzen.

Kurt Brändli
16.11.21 - 21:16 Uhr
Leserbrief
Ort:
Malans
Zum Artikel:
"Gefängnisdirektorin kontert Kritik der Häftlinge", Ausgabe GR vom 12. November 2021,

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Sehr gut geschrieben Herr Kurt Brändli! Es fehlt gerade noch, dass sich die Insassen in dieser Luxus Ferien- und Freizeitanlage von Cazis beschweren. (Kosten um die 110- Millionen Franken) Viele unserer Bürger verdienen 50- 60tausend Fr. im Jahr. Sie ernähren damit eine Familie, bezahlen brav die Steuern und sogar die Krankenkassenprämien durch ihrer Hände Arbeit! Verbrecher gehören in einem Arbeitslager untergebracht und sollten wenigstens ihren Lebensunterhalt selber erarbeiten müssen! Koni Bürge, Arosa