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Sinnlose Regeln für Auslandschweizer - daher Nein zum Covid-Gesetz

Sinnlose Regeln für Auslandschweizer - daher Nein zum Covid-Gesetz

Als Auslandschweizer bin ich sehr viel auf Reisen und ich wurde im Ausland vollständig mit einem von der WHO zugelassenen Impfstoff geimpft. Damit diese Impfung auch in der Schweiz anerkannt wird, habe ich einen Antrag beim zuständigen Kanton gestellt. Voraussetzung für die Aushändigung eines hier gültigen Impfzertifikats ist allerdings eine persönliche Abholung, damit die Angaben überprüft werden können (bundesrätliche Verordnung SR 818.102.2). Es wird nicht gesagt, um welche Angaben es sich handelt, auch auf Anfrage nicht. Ich selber kann aber nichts abholen, da ich mich ja im Ausland befinde. Wenn es schon jetzt so sinnlose Muss-Regeln gibt, ist das Covid-19-Gesetz ein Schritt zu einem bürokratisch verwalteten Obrigkeitsstaat. Damit nimmt man den kantonalen Behörden die Möglichkeit, solche Regeln situationsgerecht, verantwortungsvoll und mit gesundem Menschenverstand auszulegen. Eine solche Grundeinstellung hat die meisten Schweizer Behörden bisher ausgezeichnet, und das möchte ich auch in Zukunft nicht vermissen. Deshalb stimme ich, ungern, aber entschieden, gegen die Annahme dieses eigentlich als hilfreich angesehenen Bundesgesetzes.

Gerhard Schweitzer, Prof. em. ETH
09.11.21 - 03:49 Uhr
Leserbrief
Ort:
Kuesnacht / Florianópolis, SC, Brasil

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Sie haben recht, Herr Schweitzer, unabhängig davon, ob jemand geimpft ist oder nicht, muss die überbordende Bürokratie in diesem Staat energisch bekämpft werden. Lasse sich impfen, wer will, doch gegen die menschenverachtende Ausgrenzung müssen wir unbedingt vorgehen.

Ich war auch 26 Jahre lang Auslandschweizer und Schweizer Beamte hier und im Ausland waren immer extrem hilfsbereit. Wegen einer einzigen unsinnigen Verordnung gegen eine Initiative zu stimmen, ist total übertrieben, zumal in Ihrem Land, Brasilien, die Bürokratie und v.a. die Korruption um Vieles schlimmer sein dürfte als in der Schweiz.
Ich habe, wenn ich nicht beruflich unterwegs war, nie meine Titel benutzt, weil es eine Kapazität und Autorität vorgetäuscht hätte, die ich so meist nicht hatte.

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