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Lenzerheide braucht ein Standort-Marketing

Lenzerheide braucht ein Standort-Marketing

In kurzer Zeit mausert sich der Verein „We love Arosa-Lenzerheide“ zum Liebling von
Ein- und Zweitheimischen, Feriengästen und Mitarbeitenden der Lenzerheide. Die Organisation bringt die Dachmarke über die Landesgrenzen voran. Mit simplen Guerilla-Marketing-Aktionen wird erfolgreich um die Gunst der Empfänger gebuhlt und dem Dorf Leben eingehaucht.
Anders bei der LMS AG: Die 30-köpfige Vermarktungsorganisation investiert aktuell Unsummen in drei Markenwelten. Diese Parodie lässt sie sich von einer ausserkantonalen Werbeagentur zimmern (Bündner Werbeagenturen hätten mehr Marktverständnis). Alleine der Subbrand “Bike Kinddom“ kostete Millionen und grenzt an geistiger Umweltverschmutzung, zumal die Brücke zur Dachmarke kaum sichtbar wird. Und wer darf diesen royalen Wahnsinn bezahlen? Die Wirtschaft vor Ort sowie die Ein- und Zweitheimischen mit ihren Tourismusförderabgaben. Und wer profitiert davon? Im besten Fall die Lenzerheide Bergbahnen AG. Wie lassen sich solche Handlungen erklären? Die Aktienmehrheit der Bergbahnen liegt mit 34.76% bei der Gemeinde Vaz/Obervaz. Diese reicht die millionenschweren Tourismusförderabgaben an die vermeintlich neutrale Vermarktungsorganisation weiter. Hier dürfte sich der Kreis schliessen, denn die LBB AG hält 48% der Aktien der LMS AG – das Geld, so scheint es, wird extern gespiesen und bleibt im eigenen Wirtschafts-Kreislauf. Und das zu Lasten des lokalen Handels, des Gewerbes, der Hotellerie und der Gastronomie im Hochtal. Und da stellt sich die Frage: Wie lange soll die lokale Wirtschaft die Eskapaden der LMS AG / LBB AG noch finanzieren?
Mein Dank gebührt allen Vereinen und Organisationen, welche für mehr Leben auf der Lenzerheide bedacht sind und sich entsprechend engagieren!

Venanzi Vincenz

Venanzi Vincenz
15.10.21 - 07:18 Uhr
Leserbrief
Ort:
Lenzerheide
Zum Artikel:
Artikel von der Novitats vom 8. Oktober: Wenn die Gondeln Gelb tragen

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