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Wenn es eng wird: Verzicht auf IPS-Platz

Wenn es eng wird: Verzicht auf IPS-Platz

Die Corona-Fallzahlen steigen und die Intensivstationen kommen an ihre Kapazitätsgrenze. Die auf den Intensivstationen liegenden Patienten sind fast ausschliesslich ungeimpft. Was nun, wenn zwei Patienten in ein Spital eingewiesen werden, beide in lebensbedrohlichem Zustand, aber nur ein Intensivpflegeplatz frei ist? Ein Patient, ungeimpft und an Corona erkrankt, der andere geimpft und mit akutem Herzproblem. Welcher soll nun das Intensivpflegebett erhalten?
Es wäre nun konsequent, wenn die oder der an Corona erkrankte Impfverweigerer die Folgen seiner oder ihrer Überzeugung trägt und nicht noch dem anderen (nicht an Corona erkrankten Patienten) den Intensivpflegeplatz wegnehmen würde.

Hans Etter
10. September 2021, 14:50:10
Leserbrief
Ort:
St Gallen
Zum Artikel:
Intensivpflegeplätze in Spitälern

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Ich bin auch der Meinung, dass man diese Frage einmal klären sollte. Mein Vorschlag hierzu wäre der folgende: Man weiss ja, wie hoch die Impfquote in jedem Kanton ist. Nun werden die IPS-Plätze jedes Spitals in diesem Kanton im Verhältnis der Impf-/Nichtimpf-Quote aufgeteilt. So ist keine Gruppe übervorteilt und die Impfgegner können dann wirklich nicht sagen, sie seien benachteiligt. Diese Regelung müsste dann aber konsequent eingehalten werden. Freie IPS-Betten für Geimpfte dürften nicht an Ungeimpfte vergeben werden. Aufgrund der heutigen Situation würde es vermutlich automatisch bei den IPS-Plätzen von Nichtimpfern zu Warteschlangen führen. Für die Geimpften hätte es so vermutlich (immer) genüngend freie IPS-Plätze. Ich persönlich finde diesen Vorschlag mehr als fair. Mich würde mal interessieren, was ein Impfgegner dazu sagt. Vielleicht gibt es ja einen unter den Leserbriefschreibern.

Herr Reuss, da geht es nur um die Triage Situation an den Spitälern. Das was Sie erwähnen hat mit falscher Spitalpolitik und schlechtem Management zu tun. Gespart wurde in der Vergangenheit immer auf Kosten des Spitalpersonals. Das Gesundheitspersonal musste immer die schlechten Zahlen mit noch mehr Leistung und weniger Lohn aufpolieren. Dass dies kein guter Weg ist, zeigt das Beispiel in Deutschland (wo die Situation noch viel schlimmer ist). Daher muss man der Pflegeinitiative zustimmen, will man nicht so tief sinken wie in Deutschland.

Das überlassen wir dem Spitalpersonal. Aber wahrscheinlich braucht der Herzpatient schneller Hilfe, nachher der Covid-19 Patient.
Anderseits trägt der am Herzen Erkrankte vielleicht auch soviel Selbstverschulden und ist gewisse Risiken eingegangen! Aber die Mediziner fragen nicht nach Verschulden, sondern helfen allen, die Hilfe brauchen.

Lesen Sie mal den aktuellen K-Tipp über die teils haarsträubenden Mängel in vielen Schweizer Spitälern, weil am falschen Ort gespart wird. Ja, man kann sich auch zu Tode sparen. Gibt es ein Land auf der Welt, das mehr fürs Krankenwesen ausgibt als Schweiz? Haben wir eine entsprechend hohe Qualität? Gemäss einer Statistik, die ich in den letzten Jahren mal irgendwo las, nicht. Zudem ist auch mein persönlicher Eindruck schlecht, siehe beispielsweise meinen Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2021-09-09/die-erste-burn-o…
Herr Etter, auf die kleinen Leute hacken, ist leicht, gehen Sie mal gegen die Grossen.

Sehr geehrter Herr Etter,
Kompliment für Ihren Lesebrief. Aus meiner Sicht bekommen zuerst die geimpften Menschen ein Spitalbett. Die Nichtgeimpften Menschen müssen warten. Man ist ja selber Schuld weil man sich nicht impfen lässt. Es soll ein Ansporn für die Nichtgeimpften Menschen sein sich impfen zu lassen. Wenn man jetzt nichts macht, laufen wir Weihnachten 2022 immer noch mit der Maske herum. Ich glaube das wollen wir alle nicht.
Viktor Martoglio

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