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Liederlicher Umgang mit der Gesundheit

Liederlicher Umgang mit der Gesundheit

Wenn ich im Radio oder im Fernsehen höre, dass die Spitäler langsam wegen ungeimpften Personen an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, bekomme ich graue Haare. Es kann doch nicht sein, dass man mit seiner Gesundheit so liederlich umgeht. Genau dieselben Personen blockieren Betten, die man anderweitig gebrauchen könnte, für Nicht-Covid-Patienten. Daher ein Riesenkompliment an die Pflegenden im Gesundheitswesen, für die Mehrarbeit, die anfällt, was auch nicht einfach ist. Die Krankenkassen in der Schweiz sollten sich zusammensetzen und zum Schluss kommen, dass nicht geimpften Personen, die sich im Spital befinden, die Kosten auferlegt werden und somit sie die Rechnung selber bezahlen müssten. Das wäre fair. Man muss sich auch nicht verwundern, wenn es plötzlich heisst, dass Kinos, Discos, Bars und Nonfoodläden geschlossen werden, weil es unvernünftige Menschen in unser Gesellschaft gibt. Das heisst auch, dass man dem Enkelkind ein Päckchen Chips auf die Weihnacht schenkt, da die herkömmlichen Weihnachtsgeschenke nicht erreichbar sind. Man ist ja selber schuld, weil man sich nicht geimpft hatte. Aber es ist klar, dass es Impfgegner und Covid-Leugner gibt, was natürlich eine Schande für unsere Gesellschaft ist. Ich bin Krankenpfleger und sehe das vom Fach aus, mit seinen Tücken. Sicher Besserwisser, die mit meinem Lesebrief nichts anfangen können, weil sie nicht soweit denken. Das heisst, dass das Parlament und die Landesregierung einmal aus dem Dornröschenschlaf erwachen und einmal sehen soll, was sie damit anrichten, wenn man nicht hart eingreift und schweizweit ein Impfobligatorium macht, sonst sind wir in zwei Jahren gleich weit wie heute.
Viktor Martoglio aus Chur

Viktor Martoglio
03. September 2021, 19:29:11
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Ausgabe GR

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Stellen sie sich auch die Frage, dass ja der neue prunk Spitalpalast, bei Eröffnung, mit gewappnet für die Zukunft, angebrisen wurde. Realität, Ihrer Aussage und der Regierung, sei dem nach knapp zwei Jahren nach der Inbetriebnahme, nicht so!

Der Leserbrief mag, wie es erwähnt wurde, zur Spaltung beitragen aber er trifft den Punkt. Früher gab es Impfobligatorien gegen Kinderlähmung und niemandem wäre es in den Sinn gekommen deswegen einen Aufstand zu machen. Heute aber wo jeder im Bekanntenkreis Covide Erkrankte oder Verstorbene hat, glaubt man eher wirren Befürchtungen und Ängesten (welche kaum belegt sind) als den täglich steigenden realen Zahlen von Toten.

So ein Kommentar bzw. Leserbrief trägt in casu mehr zu einer unerwünschten Spaltung bei anstelle einfach mal gescheit zu informieren, aber Aufklärung scheint in diesem Wochen und Monaten irgendwie Mangelware zu sein, es dominiert der kostengünstige Populismus und so stelle ich die Fragen, die Herr Dettling in der Sendung Arena gestellt hat: schützt mich diese Impfung vor einer Ansteckung und einer Weitergabe an andere Personen zu 100%, macht sie also defacto immun und stellt somit über einen längeren Zeitraum eine Herdenimmunität sicher? Oder: ist sie lediglich und nachvollziehbar dafür da, um Risikopatienten vor einem möglicherweise schweren Verlauf und somit einem möglichen Spitaleintritt zu schützen? Anstatt immer zwischen den Zeilen zu drohen, beantworten Sie doch einfach diese klar gestellten Fragen, denn Herr Berset kann es offenbar nicht.

Es wird immer unheimlicher: Krankenpfleger und Ärzte, aber auch andere Inquisitoren wollen darüber richten, wer es wert ist, gepflegt zu werden oder wer seine Leistungen selbst bezahlen muss. Dabei ist die Rechtslage wohl klar. Wer seine Krankenkasse und Unfallversicherung bezahlt, wird auch behandelt. Ich möchte noch bemerken, dass ich wegen des Selbstbehalts von 2500 Fr. alle Arztkosten selbst bezahle und somit jahrelang andere Patienten mitfinanziere, was ich auch für gerecht halte. Also hören wir endlich auf mit dieser asozialen Aufteilung in Geimpfte und Ungeimpfte, wie wir es bisher noch nie erlebt haben. Viele Medien haben auf diese Weise eine furchtbare Schuld auf sich geladen, indem sie gezielt Menschen gegeneinander aufhetzen.

Einen Krankenpfleger Martoglio (dem Kinos, Discos, Bars und Nonfoodläden wichtiger sind) lehne ich genauso ab wie die Gegner der Sterbehilfe: beide geben sich wohlklingende Bezeichnungen, tatsächlich aber übertreten sie die rote Linie meiner Selbstbestimmung, bevormunden mich wie einen Leibeigenen, als wäre ich ihr Eigentum.

Sehr geehrter Herr Reuss,

Sie habe eins verkannt. Es geht mir nicht darum, ob ich Freizeitangebote brauche, es geht mir darum, um aufzuzeichnen was passiert, wenn man sich nicht impfen lässt. Sicher sind Sie auch ein Impfgegner. Wenn ja: Frage ich mich warum? Es ist so einfach, sich impfen zu lassen. Dann hat man einen Beitrag an die Gesellschaft geleistet. Es ist nicht meine Art, eine Zweitklassengesellschaft zu gründen. Aber ich appeliere nur lassen Sie sich impfen und Sie sind geschützt.

Viktor Martoglio  

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