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Apropos Hundesteuer, Mut und Gerechtigkeit

Apropos Hundesteuer, Mut und Gerechtigkeit

Gerne bezahle ich alle meine anfallenden Steuern, aber wenn es um die Hundesteuer geht, frage ich mich, wieso ich die bezahlen muss. Wenn ich richtig informiert bin, stammt das Hundesteuergesetz noch aus dem Mittelalter. Jetzt lebe ich aber im Jahr 2021. Mir persönlich ist es unverständlich, dass weder Pferdehalterinnen und Pferdehalter, noch Velofahrer und Velofahrerinnen Steuern bezahlen müssen. Für beide sind Reitwege und Velostrassen errichtet worden, was ich ihnen von Herzen gönne. Beides aber kostet im Unterhalt sehr viel Geld. Sicher, meine «Hundekotsäckli» werden mit anderem Abfall entsorgt, was ja auch gut so ist. Hunde sind Schutztiere für Leib und Seele und ohne meinen Hund würde ich die zurzeit kursierende Pandemie nicht so gut überstehen. Beim Spazieren mit meinem Hund Emma treffe ich viele Menschen (auf Abstand) und sofort entfacht sich ein Gespräch über die heutige Zeit. Speziell mit den Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern kommt unter anderem das Thema Hundesteuern auf. Erstaunlicherweise heisst es oft, bleib zurückhaltend, sonst bestraft man uns und die Tiere mit Leinenzwang. Welche Politikerinnen oder Politiker haben den Mut, mich als Hundehalterin gleich zu behandeln wie Pferdehalterinnen, Katzenbesitzerinnen und Velofahrerinnen? Ich habe kein Problem mit höflichen Velofahrenden und Tiere mag ich sowieso alle.
Gerechtigkeit ist ein Menschenrecht.

Carla Hesse
25. April 2021, 17:38:59
Leserbrief
Ort:
Chur

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Frau Hesse, Sie sehen es wohl einseitig nur aus Ihrer Perspektive. Wenn "Hunde Schutztiere für Leib und Seele sind", warum zahlt das dann nicht Ihre Krankenkasse? Im Ernst: Im Alltag ist es nicht selten umgekehrt, dass Hunde nämlich Personen, insbesondere Geschwächte, ängstigen, stressen, mit ihrem Gebell oder körperlicher Präsenz (obwohl der Kanton, Gesundheitsamt, DJSG, mehr Bewegung insbesondere im Wald empfiehlt) oder gar zu Tode erschrecken (wie beispielsweise mich, als ich um etwa Mitternacht durch das mucksruhige und fast gänzlich dunkle Wohnquartier spazierte, als in einer noch dunkleren Hecke etwa ein oder zwei Meter von mir entfernt ein Hund mit sicher weit über 100 Dezibel losbellte wie ein Verrückter, nun, darauf wäre ich zuallerletzt gefasst gewesen in dieser verschlafenen Stimmung zur nächtlichen dunklen Schlafenszeit-Nachtruhe, zumal in diesem meinem Quartier Leinenpflicht gilt; was das medizinisch bedeutet, habe ich bereits an anderer Stelle erläutert).
Dass das nicht auf alle Hundehalter zutrifft, ist mir schon klar, aber jeder solcher Vorfall ist einer zu viel. Deshalb mein Vorschlag an Sie, wenn Ihnen an einer gemeinschaftlichen Lösung zum Wohle aller gelegen ist: Wie wäre es, wenn nur noch Hunde halten dürfte, wer nachweist, dass der jeweilige Hund auf Signal unverzüglich zum Halter kommt, und zwar unabhängig der Situation (bzw. Passanten nicht belästigt oder etwa in der Wildruhezone trotz Leinenpflicht frei herumläuft). Im Strassenverkehr gelten ja auch Regeln. Dass der Hund nicht Bellen darf, schon gar nicht bei jeder Nichtigkeit, sei es in der Wohnung oder auf dem Balkon bzw. direkt beim Haus, kommt dazu. Denn das Wohl des Menschen geht vor, finde ich, und wenn Sie es ebenso meinen mit Ihrem geäusserten Schutzgedanken, sind wir uns ja einig punkto Gesetzesänderung.

Ja, Frau Hesse, die Ungerechtigkeit bleibt so lange, weil sich die Hundehalter wegen einem verkraftbaren Betrag nicht unbeliebt machen wollen!
PolitikerInnen wollen sich deswegen nicht die Finger verbrennen und die Gemeinden sind froh um die zusätzlichen "allgemeinen Steuern".
Gemeinden könnten sich auch als besonders tierfreundlich ( statt nur kinderfreundlich) hervorheben mit der Abschaffung der Hundesteuer!

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