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Nicht ganzheitliche, sondern überholte Ideen

Nicht ganzheitliche, sondern überholte Ideen

In einem Beitrag hier in dieser Zeitung kann Thomas Rüedi sein neues Buch übers «Mannsein» vorstellen. Er gibt vor, eine «ganzheitliche E-Mann-zipation» anzustreben. Was dabei herauskommt ist aber lediglich ein wirres und diffuses Konstrukt aus westlichem Möchte-Gern-Buddhismus und schlechter Taschensoziologie. Er spricht von einer «naturgemässen Polarität» zwischen Frau und Mann wie bei «Tag & Nacht». Damit entlarvt er sich nur selbst, denn die heutige soziologische & medizinische Forschung unterscheidet zwischen dem biologischen Geschlecht (Körper) und dem sozialen Geschlecht (soziale Rolle) - und zeigt klar, dass eben jene Polarität nicht existiert. Geschlecht ist vielmehr ein Spektrum, abhängig von sozialen Normen und sehr vielfältig. Somit ist dieses Buch - trotz aller guten Intention - nur ein Werk mit überholten Ideen.

Pascal Pajic
17. Februar 2021, 10:51:06
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Für eine zeitgemässe, starke Männlichkeit, SO GR, 17.02.2021

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