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Naturpark Rätikon – eine Chance auch für Grüsch

Naturpark Rätikon – eine Chance auch für Grüsch

Der Grüscher Gemeindevorstand empfiehlt den Stimmberechtigten, den Beitritt zum Naturpark Rätikon am 7. März an der Urne abzulehnen. Die in der Botschaft aufgeführten Gründe für dieses Nein kann ich als Grüscherin nicht nachvollziehen: Die Naturparkgelder werden beispielsweise zur Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte, zur Offenhaltung von Weiden sowie für Angebote im Sommer investiert, und fliessen nicht in irgendeine «Verwaltung», wie vom Vorstand behauptet. Infrastrukturen werden vom Naturpark schlicht keine gebaut, weshalb auch keine «unbekannten Zusatzkosten» anfallen. Der Naturpark baut auf den bestehenden, gesetzlichen Grundlagen der drei involvierten Länder auf, die es ermöglichen, einen einheitlich konzipierten Naturpark mit drei eigenständigen Teilpärken im Prättigau, in Vorarlberg und in Liechtenstein zu errichten. Der Naturpark wird die Gemeinde Grüsch maximal Fr. 35 000 pro Jahr kosten.
Heute gibt die Gemeinde für Aufgaben, welche in den Park integriert werden sollen, gut Fr. 91 000 pro Jahr aus, Fr. 83 000 davon gehen an Prättigau Tourismus. Wie der Gemeindevorstand richtig feststellt, kann der Naturpark die Marketingzahlungen an die Bergbahnen Grüsch Danusa nicht vollständig übernehmen. Es ist allerdings vorgesehen, einen Teil dieser Ausgaben gemeinsam zu bestreiten. Rechnen wir also nach: mit dem Beitritt zum Naturpark spart Grüsch mindestens Fr. 55 000 und kann diese freiwerdenden Gelder für das Bergbahnmarketing vorsehen. Mir erschliesst sich nicht, wieso das nicht reichen soll. Unabhängig vom Geld müssen wir uns fragen, ob sich Grüsch wirklich von der regionalen Zusammenarbeit verabschieden will?
Am Eingang des Prättigaus ist Grüsch mit den Bergbahnen Grüsch Danusa, der gemeindeeigenen Seilbahn Fanas, dem Kulturhaus Rosengarten, der starken Landwirtschaft und den zahlreichen Gewerbebetrieben ein wichtiger Partner für den Naturpark Rätikon. Geben wir dem Projekt auch in Grüsch eine Chance und stimmen Ja zur dreijährigen Errichtungsphase!

Ursula Leuthold
14. Februar 2021, 18:13:46
Leserbrief
Ort:
Grüsch

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