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Stellungnahme - Ligareform Schweizer Eishockey - Interview Bütler und Domenig

Stellungnahme - Ligareform Schweizer Eishockey - Interview Bütler und Domenig

Damit auch die Gegenseite gehört wird werde ich die Argumente der Gegner nochmals vereinzelt aufführen.
Es wäre schön, würden den beiden Herren Domenig und Bütler auf diese kritische Punkte eingehen....

1. Erhöhung des Ausländer-Kontingentes (NLA)
Bütler und Domenig argumentieren es würde zu sinkenden Löhne führen. Kurzfristig könnte eine Erhöhung tatsächlich eine Lohnreduktion zur Folge haben, langfristig ist aber unklar ob dies so bleiben würde. Es ist viel eher zu erwarten, dass es viel mehr zu einer Zweiklassen-Gesellschaft in der Liga führt, die Klubs mit den nötigen finanziellen Mitteln werden sich Top Ausländer leisten können und der Rest mit Billig Imports.
Selbst wenn dies mit einer Form des Salary Cap kombiniert wird, ist nicht klar, weshalb dieser Weg gewählt wird. Ein Salary Cap führt direkt zu einer ausgeglichenen Liga und tieferen Löhnen, weshalb dann der Umweg über das Ausländer-Kontingent?
Abgesehen von den Identifikationsfiguren, die verloren gehen, 10-15 Transfers pro Saison werden Alltag, die Vereine verlieren somit einen weiteren Teil ihrer Seele und der Eishockeysport einen Teil seines Reizes.

Durch die organisatorische, finanzielle und personelle Trennung der Ligen und des Verbands entstehen über alle drei Körperschaften gesehen unnötig hohe Kosten – genau das Gegenteil davon, was man erreichen will. Zudem ist es allzu durchschaubar, was das eigentliche Ziel ist: Die NLA-Vereine möchten den sportlichen Abstieg abschaffen und ihr Geld nicht mehr mit Nationalmannschaft und NLB teilen müssen. Mit dem fadenscheinigen Argument der Selbstvermarktung von TV-Rechten etc. wird die in jeder Sportart völlig übliche vertikale Ligastruktur aufgebrochen und plötzlich zwei Konkurrenzprodukte nebeneinandergestellt.

3. Ligazugehörigkeit: Auf- und Abstieg
Schlussendlich entscheidet dann also nur noch Geld über die Ligazugehörigkeit – eine absolute Frechheit gegenüber den Fans und insbesondere dem Sportsgeist.

Robert Müller
06. Januar 2021, 10:12:27
Leserbrief
Ort:
Oberurnen
Zum Artikel:
Wir müssen das Schweizer Eishockey stärken, Interview Markus Bütler, Ausgabe GL 06.01.21

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Gut geschrieben - Herr Müller
Ich kenne die Strukturen zu wenig. Aber wenn es nur noch Spieler gibt mit Namen, die keinen Bezug mehr haben zur Schweiz, dann muss ich die Spiele auch nicht mehr besuchen. Dann fehlt die Identität wie bei der Superlige im Fussball!!