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Leserbrief

Konzernverantwortungsinitiative

Christian Schmidt, Fanas
14. November 2020, 11:03:25

Ja wir gehen schrecklichen Zeiten entgegen, sollte diese verantwortungslose Konzernverantwortungsinitiative angenommen werden! Tausende KMU werden unter der Beweislast zusammenbrechen. Selbst eine krisenfeste Branche wie die Briefkastenindustrie wird wegen sinkender Nachfrage aus dem Kanton Zug die Bilanzen deponieren müssen. Dabei ist doch Kinderarbeit und Ähnliches eine Wohltat für die afrikanischen Staaten, wie ein Minister von Burkina Faso – eiligst in die Schweiz gekarrt – neulich plausibel erklärt hat.
Roger Köppel hat das ja bezüglich Sklaverei in seiner Weltwoche klargelegt: ich zitiere aus dem Leitartikel vom 7.10.:
«Gewiss: Die Sklaverei war ein schlimmes Verbrechen. Die Betroffenen litten unbeschreiblich. Aber die Sklaven sind tot, und ihren Nachkommen geht es viel besser auch deshalb, weil es die Sklaverei gegeben hat».
Also vergessen wir die Zustände auf ausländischen Baumwollfeldern oder in den Minen der 3.Welt. Die werden sich hinterher als Segen für diese Länder herausstellen. Da kann ich mit gutem Gewissen abstimmen gehen. Und übrigens: Sollte die Initiative angenommen werden, so wird bei der Ausarbeitung des Gesetzes dazu der Inhalt im Parlament sowieso so verwässert, dass niemand mehr weiss, warum er überhaupt abgestimmt hatte.

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Nicht nur Syngenta und Glenclore, sondern auch Nestle wird den Sitz ins Ausland verlegen. Die wollen doch nicht mit diesen epischen Wasserzugangsklagen, die jetzt schon in Vorbereitung sind, konfrontiert werden. In einem Prozess stehen die Firmen auf verlorenem Posten. Mindestens die Rechtsprofessoren sollten eigentlich wissen, dass niemand seine Unschuld beweisen kann, deshalb haben schon die alten Römer den Grundsatz in dubio pro reo gekannt. Die CS wird vielleicht ebenfalls folgen, alle diese Unternehmungen sind nicht von Schweizern beherrscht. Das wird ein gigantischer Rohrkrepierer und kommt einem wirtschaftlichen Selbstmord gleich. Den Ländern in der sog. 3. Welt wird nicht geholfen, ganz im Gegenteil, denen geht es unter einer chinesischen Syngenta erst richtig dreckig. Wieder richten die selbsternannten Helfer und Missionare in vermeindlich guter Absicht nur Schaden an. Die greifen hemmungslos in die Souveränität anderer Länder und in die Autonomie der Menschen ein. Die Leute dort wollen das aber nicht, können sich selber helfen sind stolz auf ihr Land und ihre Gerichte. Kein Peruaner will, dass über sein Schicksal vom Bezirksgericht Zug entschieden wird. Eine unverschämte Anmassung und Selbstüberschätzung der Initianten. Schwärmern und Naiven muss gesagt sein, mittels mutwilliger Prozessiererei vor einem Schweizer Bezirskgericht können Lebensverhältnisse oder die Menschenrechte in anderen Ländern nicht nachhaltig verbessert werden