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Leserbrief

Glaubenssache Konzernverantwortung?

Christoph Albrecht, Zürich
09. November 2020, 16:02:59

Die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) konfrontiert uns in der Schweiz mit einer Problematik, die wir sonst nur vom fernen Ausland kennen: Es ist nicht möglich, eine gesetzliche Grundlage zur Überwindung von krassem Unrecht zu fordern, ohne die Verantwortlichen zu verärgern. Logisch also, dass diese alles daran setzen, die Forderungen als unnötig, unrealistisch, übertrieben und verleumderisch darzustellen. Statt inhaltlich auf die Kritik einzugehen, greifen sie die Initiant*innen und alle ihre Unterstützer*innen selbst an. Mit Lobbying, Macht und Einfluss in Politik und Medien werden irgendwelche Behauptungen ohne faktische Grundlage als sachlich und differenziert vorgestellt. Eine lösungsorientierte Diskussion ist nicht mehr möglich. Zwei Lager entstehen und die eigene Positionierung wird zur Glaubensfrage.
Wer darauf besteht, die Fragen zur KVI pragmatisch und unaufgeregt zu beantworten, sollte sich in jeden Fall auch die Aussagen der vom Elend betroffenen Menschen anhören und die Realität ihrer zerstörten Existenzen beachten. Ebenfalls hilfreich sind die Stellungnahmen von Firmen, die die KVI begrüssen, weil sie Trittbrettfahren schwieriger macht.

Christoph Albrecht, Zürich

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