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Leserbrief

Steinbruch Valzeina

Beat De Coi, Maienfeld
15. Oktober 2020, 09:17:37

Entwarnung - Fakten statt Behauptungen

Seit 2013 produziert ESPROS Photonics AG hochempfindliche Halbleiterchips in Sargans. Damit die Chips richtig funktionieren, darf auf eine Milliarde Siliziumatome gerade mal Eines nicht aus Silizium sein. Zudem arbeiten wir mit Nanometer-Genauigkeit. Ein Nanometer ist ein Milliardstel eines Meters. Bei der kleinsten Erschütterung des Bodens wäre unsere Produktion Ausschuss.
In unmittelbarer Nähe zu unserem Standort befinden sich zwei unterirdische Steinbrüche: Erstens, unser Nachbar betreibt ein solches Werk. Es ist weniger als 200 Meter von unseren hochempfindlichen Anlagen für die Chipproduktion entfernt. Erschütterungen oder Staubemissionen in der Luft sind nicht messbar. Wir überwachen dies, denn solche wären für unsere Produktion fatal. Ein zweiter unterirdischer Steinbruch befindet sich in etwa 1,5 Kilometern Distanz. Ebenfalls keine messbaren Emissionen.
Und noch ein Fakt: 17'000 Fahrzeuge passieren täglich den Chlustunnel (Quelle ASTRA, Stand 2018). Würden pro Tag 100 Fahrten aufgrund des Steinbruchs erfolgen, wäre dies ein verschwindend kleiner Anteil am Gesamtverkehr. Von einer massiven Verkehrszunahme kann keine Rede sein.
Behauptungen über gesundheitsgefährdende oder wertmindernde Auswirkungen auf Liegenschaften können somit getrost in der Mottenkiste unter dem Titel «Fake News» entsorgt werden. Im Gegenteil: Ein Ja zum unterirdischen Steinbruch Valzeina ist die richtige Antwort zu einer zukunftsweisenden und gleichzeitig schonenden Nutzung unserer natürlichen Ressourcen.

Beat De Coi
CEO ESPROS Photonics
Sargans

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Werter Herr De Coi

Ihre Erschütterungsresistenz in Ehren, aber was Sie zum Verkehr hier zu sagen haben, ist wohl nicht ernst gemeint? Sie sprechen zuerst von einem Milliardstel als Mengenvergleich, das Ihr Produkt verunreinigen könnte, bewegen sich dort also in einem fachlich sehr differenzierten Bereich. Beim Verkehr hingegen vergleichen Sie LKW-Tonnagen mit PKWs und übernehmen den lapidaren, weil falschen Ansatz des Pro- Komitees von 0.5 Prozent. Fragen Sie einen Ingenieur des Tiefbauamtes, falls Sie es nicht für möglich halten, durch welche Fahrzeuge die Strassenschäden hauptsächlich entstehen. Wissen Sie, was der Neubau eines der Kreisel (Tardisbrücke) und die in regelmässigen Abständen nötigen Sanierungsmassnahmen kosten? Wie viele PKW-Passagen sind dort belastungsmässig erforderlich, um einen LKW mit fünf Achsen und 40 Tonnen Gesamtgewicht zu erreichen? Wie verkürzen sich die Sanierungsintervalle im Chlustunnel, wenn statt täglich 500 nochmals 100 zusätzliche 40 Tönner die Röhre passieren würden? Sind das dann ebenfalls rund 0.5 Prozent Mehrkosten. Die einfache Rechnung einer 20 prozentigen Zunahme des Schwerverkehrs haben die Befürworter in den vergangenen Monaten kategorischer bestritten, weil sie die Bevölkerung hinter der Chlus wohl für beschränkt einstufen. Wenn sämtliche Kosten, auch die externen (Gesundheit, Stau, Unfälle...) restlos durch die LSVA gedeckt sind, dann würde ich mich Ihrer Argumentation vielleicht anschliessen, andernfalls bin ich froh, dass Ihr Freundschaftsdienst an eine ungewisse Seilschaft nicht mehr abgedruckt wurde.

Der Leserbrief (SO 15.10.2020) von Alt-Gemeindepräsident Grüsch, Georg Niggli, ein schöner Werbeprospekt, denn: Wie wollen Sie solche Leute haftbar machen?
Versuchen Sie mal, einem Verharmloser nachzuweisen, dass er 1) gesetzeswidrig handelte und 2) dass Ihr individueller Schaden kausal darauf zurückzuführen ist: Prädikat «Aussichtssichtlos».
Zudem wurden die Hürden, überhaupt vor Gericht gehen zu können, enorm erhöht (meines Wissens vom damaligen Justizminister Blocher).
Und nur schon die Gesetze selbst kann man als verwässerten Kompromiss und mit Schlupflöchern bezeichnen, Beispiel Grenzwerte, die von der Industrie festgelegt werden (und zudem gummiartig veränderbar sind, Beispiel Grenzwerte Radioaktivität in Lebensmittel in der EU nach Fukushima).
Beispiel Haferflocken:
Ich dachte, von natürlichen Lebensmitteln dürfe ich essen, so viel ich mag (erst recht, weil im Gesundheits-Tipp mindestens zweimal Artikel standen, wie überaus gesund Haferflocken seien, beispielsweise: «Der 93-jährige Hansjörg Müller isst ein lebenlang Haferbrei und marschiert heute noch jede Woche von Vitznau auf die Rigi»).
Also ass ich jahrelang täglich etwa eine Packung (500 Gramm) BIO-Haferflocken Campiuns von Coop.
Nun lese ich im aktuellen K-Tipp (14.10.2020) Haferflockentest:
«Wer eine 40-Gramm-Portion der Naturaplan-Haferflöckli isst, nimmt mehr als die empfohlene tägliche Höchstmenge von den Toxinen (Schimmelpilzgiften) auf.»
Coop habe darauf geantwortet: Bei einmaligem Überschreiten der empfohlenen Tageshöchstmenge bestehe keine Gefahr für die Gesundheit. Zu chronischen Beschwerden komme es erst, wenn man JEDEN Tag MEHR als die empfohlene Menge an Schimmelpilzgiften zu sich nehme.
Ich frage:
1) Woher soll ich wissen, dass ich bei 40 Gramm bereits den Gift-Grenzwert überschreite mit BIO-Haferflocken?
2) Warum dürfen solche Produkte überhaupt verkauft werden (seitens Staat, Coop-Labor und Swissmill.ch) und zu SPITZEN-Preisen (die Schweiz hat wohl die höchsten Lebensmittel-Preise in Europa)?
3) Was ist «40 Gramm» für eine unrealistische Spatzen-Portion? Wer wird denn davon satt?
4) Sogar die verharmlosende Coop-Aussage würde mir aber «chronische Beschwerden» attestieren, bloss: ohne Konsequenzen für Coop.
Da nützt auch mein Leserbrief in ebendiesem K-Tipp nichts.
Schlagzeile auf derselben K-Tipp-Leserbriefseite:
«Man darf Menschen vergiften, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.»

Die Darstellung von Alt-Gemeindepräsident Niggli könnte aus Schilda stammen, finde ich, beispielsweise zur Steinbruch-Abluft. Der Staub sammle sich in den Anlagen und die Abgase würden verdünnt. Hahaha. Das sagte TEPCO auch.
Und: Die Bevölkerung sei nicht gefährdet, davor sorge die SUVA. Meinens Wissens ist die SUVA aber nicht für die Bevölkerung zuständig, sondern für die Arbeiter vor Ort: MAK (Maximale Arbeitsplatzkonzentration), die grundsätzlich höher ist.
https://www.suva.ch/de-CH/material/Richtlinien-Gesetzestexte/erlaeuteru…
Und Herr Unternehmer Beat de Coi erklärt: Täglich 17‘000 Fahrzeuge in der Chlus, da seien zusätzlich 100 LKW-Fahrten quasi Nichts.
Meine Meinung:
Ich würde die 17‘000 Fahrzeuge pro Tag REDUZIEREN, statt sie als Vorwand für Mehrverkehr zu benutzen. Wenn ich Kopfschmerzen habe, dann sind zusätzlich Bauchschmerzen nicht schlimm, weil… wegen der Kopfschmerzen, gell, Herr Coi? Ein Übel mit einem anderen Übel legitimieren, holla, den Trick kenne ich. Ich ächze-lechze nach Erleichterung, stattdessen noch mehr Bürde draufladen dem armen Organismus?
...
Beispiel Schönfärberei:
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2019-04-01/das-beste-holcim-we…
Versus hier mein Kommentar (quasi das GEGENTEIL) zur Luft- und Umweltsituation Grossraum/Region Landquart:
https://www.suedostschweiz.ch/kultur-musik/2020-08-30/schloss-marschlin…
Ich empfehle:
Bei mir würde Umweltverschmutzungsverbot herrschen, Gesundheitsglück als Oberstes Ziel (vergleiche Buthan: Glück statt Geld als Staatsziel):
https://turnaround-to-eden.webnode.com/

Fakten? Faktum ist, dass die Haftung de jure und de facto fehlende dürfte (Beispiele: AKW; Nano, vor dem die Swiss Re selbst warnt; 5G, Pestizide etc.), erst recht auf längere Zeiträume bezogen. Oder wer kennt einen Arzt, geschweige denn Unternehmer, Wissenschaftler, Politiker, der für seine Aussagen oder Handlungen persönlich haften musste (nicht zuständig, pensioniert oder gestorben)? Ich nicht. Deshalb: Grossmundiges Blabla in den schönstschillerdsten Farben nonstop auf Hochglanz neverending ist DIE Mode. Warum dann der Planetzustand schlecht ist wie nie zuvor, woran die Arten sterben und unser Krankenwesen krankt bzw. die Vorsorge, und warum in der hyperreichen Schweiz man sogar um die Zustimmung zur Selbstverständlichkeit der Konzernverantwortungsinitiative zittern muss, warum die Klimaseniorinnen bis nach Strassburg müssen: KEINE Ahnung, gell, ein unlösbares Rätsel bei so viel Rosa-Brille, Marketingzuckerwatte und Mainstream-Sedativa.
Dass wir die Wirtschaft auf einen kleinen Bruchteil reduzieren, gesundschrumpfen, kurieren müssen; Schädliches weg (Rückbau statt Ausbau; angesichts der Strassenbauprogramme Kanton GR könnte einem schwindlig werden), Essenzielles dazu: DAS sollte jeden Tag in der Zeitung Thema sein.
https://nordborg.ch/category/konsumstreik/
https://nordborg.ch/2019/10/16/aufruf-zum-konsumstreik/
Ordnung. Aufräumen. Reduce to the Max zwecks Überleben – aber rechtzeitig! Wenn das Haus schon brennt, brauchen Sie die Anmeldung für die Feuerversicherung nicht mehr ausfüllen. Lesen Sie das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Wir brauchen Mikrosteuer, Zinseszinsabschaffung, endlich Ruhe zum... äh, Denken. Statt Mehr-mehr-mehr (das mysteriöserweise zu immer weniger führt), Multitasking, Oberflächlichkeit, ADHS, Heissluft, Verschlimmbesserung.

Herr Reuss
Ihre Ausführungen sind so etwas von zutreffend, ich danke für diesen Beitrag. Das schlimme daran ist, wie sie mit dem Beispiel der Haferflocken beschreiben, dass mein guter Wille nichts nützt, da ich ständig durch irgendwelche bewusst installierte Gesetzeslücken betrogen werde. Die UVP in Grüsch lässt dutzende solcher Lücken für den gewinnorientierten Unternehmer zu, natürlich mit dem Zusatz, dass auch die Befürworter etwas davon haben.

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