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Leserbrief

Gemeindeabstimmung Grüsch vom 18.10. "Unterirdischer Steinbruch Valzeina"

Marcel Ackermann, Valzeina
12. Oktober 2020, 23:16:54

Steinbruch oder doch eher Deponie?

Das Projekt «Unterirdischer Steinbruch Valzeina» über welches die Gemeinde Grüsch demnächst abstimmt, ist ein Generationenprojekt. Demzufolge ist es wichtig genauer hinzusehen was im Valzeiner Felskopf dereinst passieren soll.
Aus Gründen der Rohstoffversorgung braucht es den Steinbruch nicht. Nach Einschätzung lokaler Baufachleute sind die erforderlichen Rohstoffe in genügender Menge vorhanden. Die Bautätigkeit im Prättigau ist rückläufig, immer mehr mineralische Baustoffe werden recycliert (aktuell 98%).
Wirtschaftlich interessant für den Betreiber ist die Nutzung der Hohlräume als Deponieraum. Bedenkt man, dass die Deponie Unterrealta als verfüllt gilt (Geschäftsbericht GEVAG 2019), so ist anzunehmen, dass die jährlich anfallenden rund 24’000t Kehrichtschlacke künftig in der Chlus deponiert werden. Das jährliche Deponievolumen wird auf 50’000m3 geschätzt (Botschaft). Ein Verbot für zusätzlich überregional herangeschafftes Material ist im Konzessionsvertrag nicht zu finden…
Der Valzeiner Felskopf ist bekanntlich stark zerklüftet und wasserführend. Die rund 400 Sprengungen im Jahr (32'000 insgesamt in 80 Jahren) und die seismologisch nicht ungefährliche Lage (mittlere Erdebengefährdung) geben Anlass zur Sorge.
Es scheint absurd, wenn eine Gemeinde nun eine unterirdische Deponie bewilligen soll, ohne dass Klarheit über Geologie und Hydrogeologie am Standort besteht. Was, wenn das bekanntermassen vorhandene Bergwasser dereinst in die Deponiekavernen gelangt? Die Haftung des Betreibers endet bei 15 Mio. CHF. (Konzessionsvertrag). Was geschieht, wenn tatsächlich ein grosser Schadenfall eintritt? Nebst den vielen Belastungen und Risiken für Natur und Umwelt vergibt die Gemeinde mit dem Zustimmen zum Konzessionsvertrag auch jegliche Mitsprache für die kommenden 80 Jahre. Deshalb in der vorliegenden Form:

Nein zum Steinbruch/Deponie Valzeina
Nein zum Konzessionsvertrag

Marcel Ackermann, Valzeina

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