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Leserbrief

Fakenews im Wahlkampf

Meinrad Hofstetter, Maienfeld
03. Oktober 2020, 12:26:15

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Donald Trump tatsächlich mit Corona infiziert hat und diese für ihn kurz vor dem Wahltag so schädliche Meldung einfach so öffentlich macht! Wäre ich der Wahlkampfberater eines in den Wählerumfragen fast hoffnungslos zurückliegenden Präsidentschaftskandidaten, würde ich ihm dringend raten, die Strategie radikal zu ändern. Das weitere Verdrängen der von ihm versauten Pandemiebekämpfung bringt ihn nicht weiter. Aber wieso nicht von seinen Gesinnungsgenossen lernen? Boris Johnson und insbesondere Jair Bolsonaro haben davon profitiert, dass sie das Coronavirus, ob wirklich selbst erfahren oder nur vorgespielt, erfolgreich überstanden haben. Sie sind beide nach überstandener Krankheit in der Wählergunst gestiegen. So nach dem Motto: Das Coronavirus schwächt oder gar tötet nur die Schwachen. Ich und alle anderen starken Amerikaner überstehen das Virus ohne Probleme, es macht uns gar nur noch stärker! Seht her, ich bin als übergewichtiger, älterer und mit Vorerkrankungen behafteter Hochrisikopatient problemlos durch diese Krankheit gegangen. Wer das richtige Mindset hat, dem kann das Virus nichts anhaben! Ich glaube an die effektive Erkrankung von Donald Trump erst, wenn ich die offizielle Todesanzeige gelesen habe und ein entsprechendes pompös inszeniertes Staatsbegräbnis stattgefunden hat. Denn dies ist die einzige Grenze, die auch für ihn gilt. Nicht, dass dies nicht auch gefaked sein könnte, aber offiziell für tot erklärte Personen können auch nach amerikanischem Recht nicht für eine weitere Präsidentschaft kandidieren.

Zum Artikel: Donald Trump kann sich der Realität nicht verweigern, 3. Okt. 2020

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