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Sta. Maria sucht Lösungen für die Verkehrsproblematik...

Sta. Maria sucht Lösungen für die Verkehrsproblematik, die längst ausgearbeitet und gelöst wurde.
Fakt 1 ist: Auf Gemeindeebene wurde am 04.10.2013 mit einem wuchtigen Mehr von 83% der Stimmen beschlossen, dass eine Umfahrung für Sta. Maria notwendig ist. Der bindende Auftrag an die kommunale Organe und die Forderung an den Kanton könnten klarer nicht sein.
Fakt 2 ist: Im Schnitt fahren täglich bis zu 2'340 Fahrzeuge durch Sta. Maria. Diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2017; aktueller Stand heute nicht verfügbar, aber aufgrund des starken Wachstums dürfte die Verkehrsdichte heute signifikant höher liegen.
Fakt 3 ist: Jedes Jahr wächst insbesondere auch der Anteil schwerer LKW, Anhängerzüge und Motorräder.
Fakt 4 ist: In Sta Maria wird an vielen Stellen entlang der Hauptstrasse der Immissionsgrenzwert für Lärm nach Lärmschutzverordnung (LSV) überschritten. Teilweise wird sogar der Alarmwert erreicht.
Fakt 5 ist: Für Sta. Maria haben Kanton und Gemeinde eine äusserst sorgfältige Umfahrungsplanung ausgearbeitet. Die Umfahrungsstrasse soll südlich am Dorf vorbeigeführt werden. So werden die empfindlichen Trockenwiesen von nationaler Bedeutung (zB. in La Crusch und Costeras) und das empfindliche Gebiet am Rombach nicht beeinträchtigt. Lediglich das Objekt Valchava-Graveras wird für den Bau einer Wasserleitung temporär beeinträchtigt.
Fakt 6 ist: In Sta. Maria ist eine Lichtsignal-Lösung aufgrund des Umbrail-Anschlusses schwierig umzusetzen. Weiter ist anzumerken, dass die blosse Regelung des Verkehrs die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer (alte Menschen, Kinder) nur beschränkt verbessern würde. Weniger Gebäudeschäden, Lärm, Feinstaub und Abgase sind von einem Ampelsystem ebenfalls nicht zu erwarten. Ruhesuchende Touristen, die Zielgruppe des Val Müstair, werden vom dichten Verkehr abgeschreckt. Der Tourismus als wirtschaftliche Grundlage für viele Menschen im Dorf bleibt gefährdet.

Giacumin Bass
13.08.20 - 13:55 Uhr
Leserbrief
Ort:
Müstair
Zum Artikel:
«Bewohner von Sta. Maria fordern Tempo 30», Ausgabe vom 13. August

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Herr Reuss, denken Sie ernsthaft, dass das Nadeloehr Sta. Maria irgendjemanden davon abschreckt durch das Val Muestair zu fahren? Die Umfahrung wird nicht zu mehr Verkehr fuehren. Sollen die Menschen in Sta. Maria etwa den Kopf hinhalten muessen fuer den stetig wachsenden Spass- und Freizeitverkehr? Mit welchem Argument verweigern Sie den Menschen in Sta. Maria ihr Recht auf ein intaktes Dorfleben? Kinder koennen nicht auf die Strasse, Alte trauen sich nicht alleine in den Volg, die alten Haeuser werden staendig beschaedigt. Es Reicht! und auf Belehrungen vom Club of Rome koennen wir verzichten.

Lieber Reto Gerber. Ärgern über Wolfgang Reuss ist pure zeitverschwendung. Laut Spiegel d.e. Irrt sich sein Club of Rome seit 48 jahren ständig. Herr Reuss ärgert sich seit jahren über,GRF, laute Kinder, Lkws die auf der Umfahrung bei ihm vorbeifahren, Laubbläser, die um seinen Wohnblock ordnung schaffen, und lärm im Welschdörfli, obwohl er fast einen km davon weg wohnt.( Warum wohnt W.Reuss eigentlich nicht in einem schönen ruhigen Bergdorf??) Herr Gerber, wie sie auch sicher schon gemerkt haben, mischt er sich eigentlich bei allen themen ein, auch meist ohne fachwissen. Er hat ja auch vor ein paar monaten behauptet, dass die Amerikaner, im zweiten Weltkrieg Nazi Deutschland den auftrag erteilt hätten, Russland anzugreifen.
Das sagt ja eigentlich alles. Wie hat doch der gestern leider verstorbene ehemalige SP. Politiker Helmut Hubacher einmal so schön gesagt? "Auch ein Blindgänger,kann einmal eine Bombe platzen lassen."

Als ob die Welt noch nie vom Club of Rome, von Greta und vom Papst (Zitat: Die Welt steht auf der Schwelle zum Selbstmord) gehört hätte.
Lieber Herr Bass, auch wenn Sie es gut meinen, aber das wäre falsch. Warum?
Umfahrungen werden seit jeher irrtümlich als "Lösung" des Übels präsentiert, aber das Übel nimmt extrem zu (Verkehrsexplosion entsprechend Krankenwesenkostenexplosion, Artensterben, Klima, Trinkwasservergiftung etc.). Das heisst, die Realität hat längst bewiesen, dass mit dieser Methode viel, viel mehr Verkehr entsteht (es ist quasi so, als würde man dem Coronavirus einladend immer neue Wege öffnen, statt die Luken dichtzumachen bzw. die Schleusen zu drosseln).
Für die Zukunft das Einzige, was zählt, ist das, was die Val Müstair von sich behauptet – intakte Natur, unversehrte Gesundheit – aber das ich systematisch unter die Räder kommen sehe, wenn Sie es machen wie "alle" (die ganze Welt, Zivilisationsoverkill). Ergo müssten Sie es maximal gegenteilig machen, als USP/Vorbild.
https://turnaround-to-eden.webnode.com/
Sie schreiben:
Weniger Gebäudeschäden, Lärm, Feinstaub und Abgase sind von einem Ampelsystem ebenfalls nicht zu erwarten. Ruhesuchende Touristen, die Zielgruppe des Val Müstair, werden vom dichten Verkehr abgeschreckt.
Ich schreibe:
Je mehr – bisher unversehrte Gebiete – Sie mit der Verkehrsflut kontaminieren, umso infauster die Prognose für die Gesamtregion. Sie möchten "weniger Lärm, Feinstaub und Abgase", aber Sie werden mehr davon an immer mehr Orten haben. Zunehmend wird es nicht einmal mehr Nischen geben (wie beim Amazonas), keine Zuflucht für die Gesundheit.
Auch ich (lebenslanger Nichtautofahrer) wohne an einer Hauptverkehrsachse, wo die Lastwagen wie Stukas brüllen, heulen (den ganzen Tag, teils im Sekundentakt), sich der Wohlstandsverkehr (ich nenne es Wohlstandsverwahrlosung "Aus Freude am Fahren") immer wieder stundenlang staut (je nach Flaute Luftqualität schlimmer als in einer Tiefgarage). Aber es ist trotzdem so: Je mehr Sie neue Strassen bauen, umso mehr Autos, mehr gefahrene Kilometer, umso breiter/schwerer die Autos. Man dürfte das betrachten als irrational, Sucht, ein psychiatrisches Problem. Bloss, was macht man, wenn der "Patient" keine Therapie will, nur das Opfer leidet?
Meine Lösung: Ordnung! Verursacherprinzip. Leistung (im vorliegenden Fall: Verzicht auf Emission) muss sich lohnen (allerdings radikal, keinesfalls via "Lärmbatzen" à la Doris Leuthard oder sonstigen Umweltabgaben).
https://wohnengesundheit.webnode.com/
Das Verkehrsproblem ist bisher deshalb "unlösbar", weil man den Hebel Logik (aus "wirtschaftlichen" Gründen ausblendet; aber langfristig ist einzig die Gesundheitswirtschaft lebensfähig, deshalb empfehle ich sie Ihnen insbesondere im Val Müstair, das Ruder noch rechtzeitig herumzuziehen) bzw. Langfristigkeit (Naturgesetze) nicht sehen will zugunsten des Momentanprofits: momentan Geld scheffeln, momentan Sta. Maria entlasten – nicht via Verkehrsstopp, sondern via Naturgebiete zerstören.
Wir müssen Schutzgebiete (ähnlich wie Nationalpärke, Frauenhäuser, Intensivstationen, SBB-Ruheabteile) schaffen (als ich im Wald die Inschrift las «Hasenasyl», musste ich weinen, denn ich kenne menschliche Hasen, deren Tod zu viele Hunde waren, wie der Volksmund weiss).
WARUM hatte der grösste Kanton der Schweiz am längsten ein generelles Autofahrverbot, aber heute NULL autofreie Orte, während Schweiz Tourismus schweizweit deren elf listet? Das ist nur ein klitzekleines Beispiel, wir stehen heute vor viel grösseren Dimensionen, finde ich.
Deshalb:
https://turnaround-to-eden.webnode.com/
Die Behauptung, dass "schützenswerte Gebiete" bei Sta.Maria nicht direkt mit Strassen versiegelt würden, finde ich auch fantasielos, weil die Auswirkungen einer Strasse hunderte Meter links und rechts alles entwerten (Lärm und Abgase, es wurde mal berechnet, wieviele x-Tonnen Reifenabrieb sich über "alles" verteilend legt, damals fragte ich, wieviele Tonnen Abgase da dazukommen, das müssten ja noch mehr sein), beispielsweise wieviele Herz-/Hirninfarkte es in Strassennähe mehr gibt. Den Motorräderlärm der Schanfigg-Strasse hörte ich vor Jahrzehnten hoch oben auf der quasi Gratwanderung Arosa-Tschiertschen noch, also Kilometer entfernt.
Quizfrage: Ist in der Medizin Symptombehandlung oder Behandlung der Ursache (ätiotrop) vorzuziehen?

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