×
Leserbrief

Eine Frage der Verantwortung

Ursula Leuthold, Grüsch
24. Juli 2020, 11:47:07

An unserer Hauswand und der unserer Nachbarn hängt wie an vielen Orten die orangene Fahne „Konzernverantwortungsinitiative JA“. Im Dorf heisst es deshalb scherzhaft, wir seien die linke Ecke, nur - keiner von uns steht politisch links. Wir können einfach nicht mehr hören, dass für den Kohleabbau Flüsse umgelenkt und vergiftet werden und so indigenen Völkern die Lebensgrundlage entzogen wird. Dass sich Bauern in Indien beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vergiften, die bei uns längst verboten sind. Oder dass eine Zementfabrik soviel Feinstaub freisetzt, dass die umliegende Bevölkerung schwere Atemwegserkrankungen erleidet. Wenige Konzerne nutzen fehlende Umweltschutzgesetze und die schwache Justiz in südlichen Ländern aus und verschaffen sich damit einen Konkurrenzvorteil. Soll unser Wohlstand auf der Nichteinhaltung der UNO-Standards für Menschen- und Umweltrechte basieren? Dies ist keine Frage von Rechts oder Links, sondern eine der Verantwortung.
Ursula Leuthold, Grünliberale Prättigau

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Danke, Ursula Leuthold.
Leuten, die von "linker Ecke" sprechen, geht es offenbar (zu) gut bzw. sie können oder wollen das Problem samt Handlungsbedarf nicht sehen.
Ergo: Können wir eine quantitative oder qualifizierte (via Opinionleaders) Mehrheit innert nützlicher Frist erreichen?
Die Therapie für Mutter Erde (man-made desolat) wäre genug anspruchsvoll (manche unken infaust) - allein nur die weitere Zerstörung zu stoppen. Jedoch wohl noch schwieriger ist es pädagogisch-psychologisch, das dann durchzusetzen, zumal wie vorliegend im Notfall (wo keine Schulungszeit mehr bleibt)?
https://heimatvertriebene.webnode.com/
Deshalb mein Prototyp-Modell als Hebel(wirkung).