×
Leserbrief

Geplante aufhetzerische Stimmung gegen den Wolf

Astrid Wallier, Davos Platz
20. Juni 2020, 09:39:51

Es liegt auf der Hand und wir haben es erwartet, dass im Hinblick auf die Abstimmung vom 27. September 2020 «Revision des Jagdgesetzes», Stimmung gegen den Wolf gemacht wird. Dass man nun die Gunst der Stunde so nutzt und den Tourismus einspannen will. Das ist unehrlich und verwerflich. Mutterkühe verteidigen ihre Kälber immer, auch vor den Menschen. Dazu braucht es keinen Wolf!!! Der Widerwillen der Bauern, ihre Tiere ausreichend zu schützen, ist bekannt. Es wäre wünschenswert, dass auch von der Seite des Forstamts die Hetze gegen das Wild, bezüglich Verbiss, objektiv berichtet wird. Beide Themen sind haarsträubend! Wildtiere werden als Schädlinge betitelt, obwohl das eigentliche Versagen bei beiden Themen hauptsächlich menschliches Unvermögen ist. Die intakte Natur mit Wild, Prädatoren und Wald wird in Zukunft von elementarer Bedeutung im Zusammenleben mit uns Menschen werden – auch für unseren Tourismus-Kanton.
Wir erwarten ein klares «Nein» am 27. September 2020 zu dem missratenen Jagdgesetz. Wir würden damit in die falsche Richtung marschieren.

Astrid Wallier, Wildtierschutz Schweiz aus Davos

Zum Artikel: «Wolfsrudel und Rindvieh beschäftigen auch den Rat», Ausgabe vom 19.06.2020

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Mich nervt auch, für was der Wolf nicht alles herhalten muss. Wie Sie richtig schreiben, ist der Mensch das Problem. Würde der Mensch nicht regulierend eingreifen, würde sich die Natur selber regulieren. Eine kürzliche Studie hat auch gezeigt, dass sich dort, wo sich Wölfe aufhalten, der Wald ohne zusätzliche Massnahmen von selber regenerieren kann (junge Bäume können nachwachsen) als in Regionen ohne Wolf. Diese Studie zeigt exemplarisch, dass der Wolf für unsere Sicherheit (Schutzwald) eine wichtige Rolle spielt. Davon hört man von den Behörden interessanterweise nie was, sondern nur von Angriffen des Wolfes auf Wild und übrige Tiere. Der Kanton ist aufgefordert, umfassend zu informieren und nicht nur für gewisse Interessengruppen Stellung zu nehmen.