×
Leserbrief

Rassismus und Polizeigewalt

Kurt Brändli, Malans
11. Juni 2020, 13:50:24

Keine Frage, die Bilder vom brutalen Mord an George Floyd durch Polizeikräfte in Minneapolis sind erschütternd. Dass ein so fernes Ereignis hierzulande tausende von Menschen dazu bringt, trotz Corona-Demonstrationsverbot auf die Strasse zu gehen, um lautstark gegen Polizeigewalt und Rassismus zu demonstrieren, ist aber doch erstaunlich. Zumal Polizeigewalt in der Schweiz nur selten vorkommt - ganz im Gegensatz zur Gewalt GEGEN Polizisten. Ich habe grossen Respekt und Dankbarkeit für die Freunde und Helfer, die uns Tag und Nacht beschützen und sich dafür anpöblen, anspucken und sogar körperlich attackieren lassen müssen. Manchmal übrigens auch von Menschen, die als Schutzsuchende in unser Land kamen.

Jeder Akt von Rassismus ist einer zuviel. Aber Rassismus ist kein allgemeines Problem in der Schweiz, wie uns das gewisse Kreise weismachen wollen. Dass junge Männer aus bestimmten Weltgegenden angeblich häufiger von der Polizei kontrolliert werden als gleichaltrige Mitteleuropäer, dürfte damit zusammenhängen, dass sie in der Kriminalstatistik deutlich prominenter vertreten sind. Ganz generell greift das Klischee "einheimische Rassisten - ausländische Opfer" für mich zu kurz. In meinem engeren Bekanntenkreis kenne ich zwei junge Männer, die von Ausländergruppen völlig grundlos brutal verprügelt wurden. In einen Fall traten die Täter selbst dann noch auf den Burschen ein, als er längst wehrlos am Boden lag. Im umgekehrten Fall würde man wohl von Rassismus sprechen.

Zum Artikel: diverse Artikel zu Rassismus und Polizeigewalt

Kommentar schreiben

Kommentar senden