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Leserbrief

Bitte, bitte nicht

Martin Albrecht, Chur
06. Juni 2020, 16:27:32

Auf den ersten Blick haben die Quartiere Lacuna, Dreibündenstein und Wiesental keine Strukturprobleme. An der Einwohnerzahl/Fläche lässt sich das Gebiet mit dem Rheinquartier vergleichen. Die haben aber Denner, Coop und Migros. Einen Steinwurf entfernt noch Aldi und Lidl, wir einen kleinen Denner und Coop. Oha – ich verstehe. Dafür haben wir kein Fly Möbelhaus, keinen Athleticum und bald keinen Manor mehr. Sie sagen, man solle blind kosten, dann schmecke es gleich. Sie hätten auch Qualität. Aber blind durchs Leben? Haben wir nicht genug Discounter? Für Frischeprodukte und meinen Gaumen muss ich nun weit gehen. Die Geschmackspräferenzen eben. Bis jetzt konnte ich mich solchen Läden entziehen. Ja, auch mit kleinem Budget. Und wenn ich arbeitslos werde? Muss ich dann dort arbeiten? Ich mache die Augen zu vor der Unternehmenskultur und den milliardenschweren Gründerfamilien. Das alles schmeckt mir nicht. Lass das bitte an mir vorübergehen. Und die Manor-Aktionäre? Die sind zwar frisch, aber ungeniessbar. Und am Ende? Wer zahlt die Rechnung, wenn nicht die Angestellten? Amazon plant personalfreie Läden. Da gibts nur noch Robotermenschen, die die Regale füllen - für einen Robotermenschen. Man muss ja mit der Zeit gehen.

Zum Artikel: Manor Wiesental schliesst, Nachfolger bekannt, SOS, GR, 5.6.2020

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