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Leserbrief

Bauernregeln berücksichtigten jede Klimaänderung

Max Matt, Altstätten
01. Juni 2020, 15:55:27

Die Naturmenschen nehmen das Wetter wie es eben kommt, andern kann es nie recht sein. Das Wetter ist das beliebteste Thema um ein Gespräch in Gang zu bringen.
Ist das Wetter hin und wieder nach heutigen Massstäben nicht regelkonform, so sind der Jahreszeit die Schlagzeilen sicher. Der Frühling 2020 sei zu warm und zu trocken gewesen. Da tut sich etwas Interessantes auf. Der diesjährige Frühling entsprach nicht den Bauernregeln, wie selbst Fachleute feststellen. Der ideale Frühling wird in Bauernregeln etwa so beschrieben: «März trocken, April nass, Mai lustig, von beiden was, bringt Korn und Wein ins Fass.»

Die Wissenschaft nahm die Bauernregeln nie ernst. Doch die Bauernregeln sind die wahre Wettergeschichte. Aus dem Nichts sind sie nicht geschrieben worden. Bevor Wetterregeln für alle Monate gemacht werden konnten mussten viele Generationen während Jahrhunderten das Wetter und das Klima beobachten und Regeln anpassen. Während diesen langen Zeiten gab es sicher alles was das Wetter zu bieten hat. Klimaänderungen, Wetterunbill, Trockenheit und nasse Jahre wechselten mit fruchtbaren Jahren ab. Heute staunen und stehen wir gleich da, wie die vielen Generationen vor uns. Wetter und Klima werden beobachtet und darüber wird berichtet. So bekommt auch der aktuelle Klimawandel eine ganz andere, natürliche Bedeutung. Das kann man alles auch in raren Schriften lesen.
Quelle: Kalender Leipzig 1886

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Fakt ist: Wetter und Klima sind nicht das Gleiche. Sie Herr Matt schreiben vom Wetter und meinen Klima.
Ich kenne nur eine Bauernregel, die fast immer zutrifft: "Verliert im August der Bauer die Hose, war der Knopf im Juli schon lose."
Aber im Ernst: Seit 1886 hat die Wissenschaft enorme Fortschritte gemacht und das KLIMA erforscht. Und herausgekommen ist folgendes: Es wird wärmer, so schnell wie noch nie! Die CO2-Konzentration steigt und steigt..... Und die Wissenschaft kennt den Grund für den Wandel

Sicher, CO2 ist für die Pflanzen wie ein Dünger, aber das Wachstum erhöht sich nicht einfach linear mit zunehmender CO2-Konzentration und die Effekte sind nicht durchaus positiv. Bei Getreide z.B. wird bei hoher CO2-Konzentration weniger Protein in die Körner eingelagert.
Es ist beileibe nicht nur das CO2, dessen Konzentration durch den Menschen direkt oder indirekt beeinflusst wird. Den größten Beitrag zum Treibhauseffekt hat Wasserdampf mit 66% gefolgt von CO2 mit 29%. Die Konzentration von Wasserdampf hängt von der Lufttemperatur ab und kann vom Menschen direkt kaum beeinflusst werden. Eine Erwärmung bedingt durch eine Erhöhung der CO2-Konzenration führt aber auch zu einer Erhöhung des atmosphärischen Wasserdampfs und dadurch der Temperatur. Das gleiche geschieht mit Methan, das im Permafrost gespeichert ist.
Eine Erhöhung der Temperatur dieser Gase führt zu einer Abnahme der Eisbedeckung und so zu einer Verringerung des Albedoeffekts und damit verbunden zu einer erhöhten Absorption von Wärmestrahlung an der Erdoberflaeche, was die Temperatur zusätzliche erhöht.
Der rasche Anstieg des globalen CO2 führt zudem zu einer immer stärkeren Versauerung der Meere, welche den größten Teil des CO2 aufnehmen, was katastrophale Folgen für Organismen mit Kalkgehäusen und –skeletten haben wird.
Es sind also mehrere positive Rückkoppelungseffekte, die durch eine Erhöhung des CO2 beeinflusst werden.

Herr Steinmann

Klar es braucht CO2. Aber es kommt auf die Menge an. Die Erde hat sich eingestellt auf ca. 300 ppm CO2. Diese Menge fördert den Wachstum von Pflanzen und hält die Erde warm. Eine Zunahme von CO2 bedeutet nicht mehr Grünmasse, denn für den Wachstum braucht es auch Nährstoffe. Eine Zunahme von CO2 bedeutet aber mit Bestimmtheit eine Zunahme der Temperatur. Wir hatten einen Gleichgewicht, jetzt wird es zerstört......

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