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Leserbrief

Nein zu Atomkraft

Beat Deplazes,
10. Mai 2020, 20:08:49

Die Aussagen im Leserbrief von Herr Christian Hössli vom 27.04. enthalten leider nicht die aktuellen Fakten betreffend Atomenergie.
Der wegfallende Atomstrom in der Schweiz kann mit Energiesparmassnahmen, Energieeffizienz und mit zusätzlicher Produktion durch Sonnen- und Windstrom ersetzt werden. Deutschland machte es vor, rund 40% des Strombedarfs wird mit Wind-, Sonnenstrom und andere alternative Energien erzeugt. Deutschland steigt im 2022 aus der Atomkraft und im 2038 aus der Energieproduktion mit Kohle aus.
Der Bau des AKW Olkiluoto 3 in Finnland begann im 2005 und geplant war im 2009 die Inbetriebnahme, die Kosten wurden damals mit 3.3 Milliarden Euro berechnet. Das Atomkraftwerk ist bis heute noch nicht in Betrieb und die Kosten sind inzwischen auf 10.5 Milliarden Euro gestiegen. Der Bau von neuen Atomkraftwerken ist heute ohne erhebliche staatliche Unterstützung unmöglich.
Und warum hat, Herr Hössli, die Axpo in ihrer Eignerstrategie vorgesehen, sich nicht mehr an Atomkraftwerke zu beteiligen? Das Gleiche, den Atomverzicht, hat auch Alpiq in ihren Aktionärbindungsvertrag geschrieben. Die BKW hat ihr einziges AKW letztes Jahr ausser Betrieb genommen.
Die Energiewende ist mit den alternativen Energien möglich. Würden die alternativen Energien so stark subventioniert wie die Atomenergie, könnten alle Schweizer AKW ein paar Jahre früher abgeschaltet werden.
Im 2018 betrug der Verbrauch an Elektrizität in der Schweiz 63 Terrawatt Stunden. Gemäss dem Bundesamt für Energie könnten auf und an den Gebäuden der Schweiz, konservativ gerechnet 67 Terrawatt Stunden Elektrizität produziert werden. Die Schweiz kann ihren Energiebedarf selber decken. Die Schweiz steuert nicht auf eine Stromimportabhängigkeit zu, sie muss aber endlich ihre Hausaufgaben lösen.
Die Sonne löst das Energieproblem der Schweiz.
Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie Südostschweiz
Beat Deplazes aus Chur

Zum Artikel: Zum Leserbrief «Ein wenig durchdachter Strom-Schnellschuss», Ausgabe vom 27.04.2020

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