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Leserbrief

Gleichberechtigung - auch in Coronazeiten

Stefan Treier,
19. April 2020, 23:08:36

Es sei vorweggenommen – die Wahrnehmung behördlicher Pflichten in der aktuellen Corona-Krisenzeit ist kein einfaches Unterfangen. Die grosse Mehrheit der Einwohnerschaft unseres Landes ist mit «Bern» zufrieden.

Aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen ist die ersehnte Lockerung des seit einigen Wochen blockierten Lebens in unserem Land zu begrüssen. Unzählige Menschen konnten ihre Berufstätigkeit in den letzten Wochen nicht ausüben und kämpfen derzeit verständlicherweise mit Existenzängsten. Allen, welche sich jetzt auf die Wiederaufnahme ihrer Arbeitstätigkeit in einigen Tagen freuen können, ist dies zu gönnen.

Dennoch gibt es ungeklärte Fragen, welche noch viele beschäftigen. Wieso geht im Moment die Gastronomie leer aus? Es gibt landesweit viele Restaurationsbetriebe, welche derzeit noch immer nicht wissen, wann auch sie wieder mit ersehnten Einnahmen rechnen können. In kleinen Bergdörfern oder ländlichen Dörfern im Unterland gibt es viele kleinere Gastwirtschaftsbetriebe, Beizli oder Grotti, welche gerne von Wanderern oder Sportlern aufgesucht werden. Unzähligen solcher Betriebe kommt eine wichtige soziale Bedeutung zu. Damit die Betreiber solcher Gaststätten überhaupt noch überleben können, ist für sie unabdingbar, dass sie bald ihre Türen oder Wirtschaftsgärtchen wieder öffnen können, wenn auch mit Einschränkungen betreffs Anzahl gleichzeitig aufzunehmender Gäste. Hinzu kommt, dass gerade einsam lebende Menschen die fehlenden sozialen Kontakte sehr vermissen, nicht wenige leiden deswegen gar unter Depressionen.

Seit mehr als einem Monat ist es den Religionsgemeinschaften untersagt, ihre Gottesdienste abzuhalten. Viele Gläubige vermissen die sonntägliche Messfeier oder den Gottesdienst. Schliesslich wird Jesu Wort in Mt 4,4 wie folgt zitiert: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt». Gerade in Krisenzeiten erfüllt die Seelsorge eine enorm wichtige Aufgabe.

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