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Leserbrief

Coronavirus

Christian Lassieme,
15. März 2020, 19:33:45

Ich bin kein Epidemiologe, weder habe ich die Daten um Auswirkungen verschiedener Massnahmen auf die Ausbreitung des Virus und auf die Wirtschaft beurteilen zu können. Ich frage mich aber:

Warum Implementiert die Schweiz, und das Oberengadin, deutlich mildere Massnahmen als andere Länder und Regionen?

Ist dies wegen dem Unwissen der Politiker? Oder sind sie gelassen, da die Infrastruktur in der Schweiz, problemlos die Behandlung in Intensivstationen von tausenden Patienten erlaubt? Oder wird bewusst die Wirtschaft als wichtiger als die Gesundheit eingeschätzt? Was sind uns 100, oder 1'000 Tote Wert?

Nachdenklich macht mich nicht nur das Verhalten der Politiker, sondern auch der Bevölkerung: Denn warum kümmern sich die Unternehmen und die Bevölkerung nicht, diese milden Massnahmen einzuhalten? Eklatantes Beispiel waren verschiedene Skigebiete, die nach ausdrücklichem Verbot vom Bundesrat am Samstag in vielen Regionen offen blieben. Oder einige Restaurants im Coronavirus Epizentrum St. Moritz, die nicht einmal einen Meter zwischen den Tischen lassen, sondern noch heute, am Sonntag, alle Gäste dicht nebeneinander setzen.

Fakt ist wir können auf die Erfahrung von anderen Ländern, in denen das Virus zuvor ausgebrochen ist zurückgreifen. In Ländern wie Italien wo strikte Massnahmen getroffen wurden, wünscht sich die Bevölkerung, dass diese strikter und früher eingeführt worden wären. In China und Nordkorea wurde die Verbreitung eingedämmt, durch strikte Massnahmen und durch viele Coronavirus-Tests. Hingegen werden in der Schweiz jetzt nur Risikopatienten getestet, und auch zuvor mussten auch die meisten den Test selber zahlen. Ob die Schweizer, milderen Massnahmen effektiver sein werden, wird sich erst in ein paar Monaten herausstellen.

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