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Leserbrief

Von anderen lernen

Reinhold Raeck,
13. März 2020, 17:07:23

Grundsätzlich ist es für die verantwortlichen Regierungen nicht einfach, die angemessenen Massnahmen zu finden: Ergreifen sie zu radikale Massnahmen, ernten Sie heftige Proteste in der Bevölkerung, sie würden unnötig das Leben der Bürger beschneiden. Tun sie zu wenig, und steigen die Zahlen der Infizierten und Toten rasant, wird Ihnen vorgeworfen, Sie nehmen ihre Verantwortung nicht wahr. Aus Erfahrungen der schon früher betroffenen Länder lässt sich lernen, meine ich. China hatte anfangs die Gefährlichkeit des Virus unterschätzt. Südkorea hatte nach dem Ausbruch der Infektionskrankheit MERS vor fünf Jahren schlecht kommuniziert. Beide Länder haben aber daraus gelernt und dann mit sehr rigorosen Massnahmen durchgegriffen. Und diese haben sich als sehr effizient erwiesen: In diesen beiden Ländern ist die Zahl der Infizierungen am deutlichsten zurückgegangen.
Und man kann auch sagen, die Massnahmen des Kantons Graubünden und der Stadt Chur haben sich als erfolgreich erwiesen, denn bis heute sind die Fallzahlen nur sehr langsam und auf niedrigem Niveau gewachsen. Und dazu: bisher haben sich offenbar die Infektionsherde nicht breit gestreut. Das ist wirklich erfreulich. Und was auch positiv ist: Bund, Kanton und Stadt Chur appellieren an die Eigenverantwortung. Denn ohne ein verantwortliches Verhalten der Bevölkerung können die Behörden nicht viel erreichen.
Allerdings: die Informationen auf der Website des Kantons werden nicht laufend aktualisiert und es wird zu wenig transparent informiert, auch nicht in der «Südostschweiz». Nur wenn wirklich täglich informiert wird, wo, in welchen Ortschaften, neue Infektionen aufgetreten sind, kann sich die Bevölkerung dementsprechend in Eigenverantwortung verhalten

Zum Artikel: Bereitsein für den schlimmsten Fall", 11.03.2020

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