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Leserbrief

Für ein zeitgemässes, klimafreundliches Bündner Energiegesetz!

Renata Fulcri,
03. Februar 2020, 13:37:42

Wir sind besorgt. Die Klimakrise droht unsere Welt irreversibel zu zerstören. In den Alpen fallen die Temperaturanstiege doppelt so hoch aus wie im globalen Durchschnitt. Unsere Bündner Schutzwälder sind geschädigt aufgrund der vergangenen Hitzesommer. Der Wintertourismus steht vor dem Schnee-Aus. Immense Kosten erwarten unser Gemeinwesen aufgrund des Klimawandels. Je wärmer es wird, desto teurer wird’s, gerade für einen Bergkanton wie Graubünden. Und beim Erreichen von Kipppunkten wird es richtig ungemütlich und noch viel teurer.
In diese turbulente Zeit fällt die Energiegesetzrevision des Kantons Graubünden, welche der Grosse Rat am Di, 11.2.20 diskutieren wird. Leider erlaubt der aktuelle Gesetzesentwurf weiter 90% Öl und Gas beim Ersatz alter Heizungen! Dies entspricht den Forderungen des Klimaabkommens von Paris - Netto 0 bis 2050 – in keiner Weise. Der aktuelle Entwurf ist schwach. Mit solch kleinen Schritten schaffen wir den Green Deal Graubünden nicht.
Die Zeit drängt.
Netto-Null-Emissionen in der Schweiz bedeutet praktisch keine fossilen Öl- und Gasheizungen mehr in Betrieb! Jede Ölheizung muss bei Ersatz durch ein erneuerbares Heizsystem ersetzt werden – und dazu muss das Energiegesetz Graubünden Vorgaben machen. Das ist nicht bahnbrechend, sondern logisch: Denn jede neu eingebaute Ölheizung zementiert das fossile Zeitalter aufgrund ihrer Langlebigkeit. Die erneuerbaren Technologien sind vorhanden, Cleantech ist das Gebot der Stunde.
Das Eis schmilzt, egal welche Partei wir wählen. Wir wünschen uns vom Grossen Rat mutige und weitsichtige Entscheide.

Absenderinnen
Fachfrauen Umwelt, Regionalgruppe Graubünden:
Renata Fulcri, Chur; Silja Giovanoli, Rhäzüns; Marit Richter, Landquart

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