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Leserbrief

Windpark Lugnez

Albert Schaufelberger,
24. November 2019, 16:07:42

Schon lange frage ich mich: Was wollen wir eigentlich? Keinen Atomstrom, kein erneuerbarer Strom aus Windenergie? Aber den Verbrauch von Strom will niemand einschränken? Es gibt doch nur entweder/oder. Den Fünfer und das Weggli geht gar nicht! So, wie es den Anschein macht, bleibt uns nur der äusserst sparsame Umgang mit der vorhandenen Energieproduktion! Sind wir nicht bereit, einen Beitrag zu leisten muss der Strom pro Haushalt ab sofort rationiert werden! Bin gespannt, aus welchen "Ecken" dann blitzartig reklamiert wird.

Zum Artikel: Windräder sollen sich nicht drehen

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Ein vernüftiger Entscheid, zu Gunsten der Gesundheit von Mensch und Tier, gegen eine ökologisch wie finanzielle unverantwortliches Projekt.

Der erste grosse Windpark in alpiner Landschaft ist an der Abstimmungshürde gescheitert.
Die Lugnezer Bevölkerung verwarf am vergangenen Sonntag ein Projekt, das 18 grosse Windanlagen auf einer Höhe zwischen 2'000 und 2'500 Metern über Meer vorsah.

Medienspiegel:
Das Lugnez will keinen Windpark. SRF Regionaljournal Graubünden
https://www.srf.ch/.../kommunale-abstimmung-das-lugnez...

Das Aus für einen alpinen Windpark in Graubünden. FM1 Today
https://www.fm1today.ch/.../das-aus-fuer-einen-alpinen...

Von den Windpark-Plänen bleibt ein Entsorgungsjob. Südostschweiz, 25. November 2019
https://www.suedostschweiz.ch/.../von-den-windpark...

Graubünden: Lugnez lehnt Windpark ab. Zentralplus
https://www.zentralplus.ch/graubuenden-lugnez-lehnt.../

Windpark kommt nicht. Schweizerbauer, 25.11.2019
https://www.schweizerbauer.ch/.../windpark-kommt-nicht...

Aus für den Windpark Lumnezia in der Surselva, Medienmitteilung Verband Freie Landschaft Schweiz (PDF)
https://www.paysage-libre.ch/.../Medienmitteilung_25.11...

​Die Windräder sollen sich nicht drehen. Südostschweiz, 24. November 2019.
https://www.suedostschweiz.ch/.../die-windraeder-sollen...

Bei rekordhaft hoher Wahlbeteiligung fiel die Mehrheit gegen den Windpark deutlich aus, trotz versuchtem Stimmenkauf im Vorfeld - es gab hohle Versprechungen des Betreibers an die Bevölkerung über finanzielle Vorteile.

Die Einwohnerinnen und Einwohner aller Altersgruppen aus Lumnezia und Obersaxen Mundaun sollen zusätzlich jedes Jahr eine Gutschrift von 50 Franken auf die Stromrechnung erhalten, wobei noch nicht definiert ist, wie das in der Praxis genau umgesetzt werden kann. Und der Geldtopf der Windpark-AG würde sich noch mehr öffnen: An «Vereine für Sport, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt» würden 200 000 Franken jährlich gehen, weitere 100 000 Franken würden für die Förderung von erneuerbaren Energien in den beiden Gemeindegebieten eingesetzt. Diese total 300 000 Franken pro Jahr sollen von einem Gremium aus lokalen Personen verwaltet werden. Den Bergbahnen Obersaxen Mundaun sodann werden 50 000 Franken jährlich in Aussicht gestellt, um die Mehrkosten für ökologischen Strom zu finanzieren. Was Schönenberger ebenfalls ins Feld führt, sind Aufträge im Umfang von etwa 30 Millionen Franken an einheimische Unternehmen für den Fall, dass die Anlage gebaut werden kann.
Die Gegner reden von «Stimmenkauf». Südostschweiz, 15. November 2019

​Die Ablehnung des Windparks ist ein grosser Erfolg für die IG Sezner-UmSu-Grenerberg (Surselva, GR), die den Widerstand gegen das Windkraftprojekt organisiert hat.

Herzliche Grüsse

Die Problematik ist, dass wir immer mehr Strom benötigen und alles elektrifizieren sei es die Elektrozahnbürste, Wärmepumpe bis hin zu den Elektrofahrzeugen. Ebenfalls muss ja alles auf standbye sein muss (auch das benötigt und verbraucht massiv Strom)

Hier ein einfaches physikalisches Gesetz, jede Energie welche wir nutzen und produzieren wollen, benötigt Energie.

Nun ich bin für erneuerbare Energien, aber auch diese belasten die Umwelt oder gibt Einschnitte.
Windenergie kann an einigen Orten sinnvoll und effizient sein, z.B: auf dem Meer und an Küsten, wo ständig Wind ist.

Die Problematik an der Windenergie in der Schweiz ist, wir sind ein Binnenland und das Windpotential ist sehr gering (das sieht man, dass wir in der Schweiz NIE Windmühlen wie in Holland hatten, sondern immer die Kraft des Wassers genutzt haben, weiter ist Stromproduktion ist unplanbar mit Flatterstrom und führt zu Störungen im Stromnetz.

Beispiel Haldenstein, das knapp 175 Meter imposante Monster (120 Meter Nabenhöhe plus Roteren 55 Meter) steht direkt an der Autobahn Richtung Chur, mal darauf achten wenn man vorbeifährt, das Windrat dreht selten folglich ineffizient defizitär und unter 15% Auslastung somit musst Haldenstein jährlich mit Einspeisevergütungen von Fr. 890'000 subventioniert werden.

Wir im Kanton Glarus hatten das Projekt Linthwind mit 5 Windrädern in Bilten, die prognostizierte Stromproduktion wurde mit optimistische 25-30 GWh angegeben, nach Berechnungen des Windpotentials waren wir bei 15 GWh mit den Abschaltungen (Nacht/Schattenwurf etc. wären insgesamt unplanbare 10 GWh im Jahr zusammengekommen, dies entspricht einem kleinen Flusskraftwerk.

Alleine der Kanton Glarus leistet aus erneuerbaren Energien alleine Wasserkraft (mehreren kleinen Flusskraftwerken) 920 GWh (Linth-Limmern ist lediglich ein Pumpspeicherwerk und verbraucht mehr Strom, dass es liefert), die KVA Linth produziert mit der Abwärme über 80 GWh Strom.

Die Problematik in der Schweiz ist, wir haben knapp 40% Atomstrom und 40% aus Wasserkraft, Windkraft ist in der Schweiz bedeutungslos und im Null-Kommabereich angesiedelt, bereits heute importieren wir 20% unseres Strombedarfs aus dem Ausland.

Hier zwei Probleme, Abhängigkeit und Versorgungssicherheit des Stroms (Abkommen EU, etc.) und es sind mit der Energiestrategie 2050 nicht nur die 20% Importstrom zu ersetzen, sondern noch die knapp 40% Atomstrom sind 60% also mehr als die Hälfte des Strombedarfs der Schweiz.

Strom sparen und effizienter nutzen ist unerlässlich, jedoch können wir nicht alles elektrifizieren.

Herzliche Grüsse

Rolf Stüssi

Herr Stüssi:

Gemäss einer zuverlässigen Quelle ( ... die meisten Energiestatistiken der Schweiz werden vom Bundesamt für Energie (BFE) erstellt. Siehe https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/energie.html ) betrug im Jahre 2018 der Anteil der Energiegewinnung (elektr. Strom) der Wasserkraftwerke  55,4 % und der Atomkraftwerke 36,1 %. Netto hat die Schweiz sogar 1587  GWh ins Ausland exportiert!

Der Anteil von diversen erneubaren elektr. Energie (Feuerungen mit Holz und Holzanteilen, Biogasanlagen, Photovoltaikanlagen, Windenergieanlagen) betrug 4.37 %

Herr Schaufelberger
Was wollen wir eigentlich? Eine gute Frage. Auf jeden Fall nicht die Natur zusätzlich verbauen, wenn auf der anderen Seite der allergrösste Teil der Dächer noch nicht mit Photovoltaik und -thermie ausgerüstet sind. Doch bitte zuerst die bereits verbauten Flächen optimal zur Energieproduktion nutzen und erst dann zusätzlichen Flächenverbrauch für Energieerzeugung.
Und ja, weshalb nicht vermehrt auf Suffizienz setzen? Die meisten Stromverbraucher im Haushalt sind Spielereien ohne praktischen Nutzen.
Witzig ist jedenfalls, dass die "Ecken", welche sich seit Jahren gegen die erneuerbaren Energien stemmen, nun bemängeln es gäbe zu wenig erneuerbare Energien. Wenigstens hat die RPG-Revision von 2014 einiges im Bereich Solaranlagen erleichtert. Aber es bleibt noch viel zu tun um Hemmnisse zu beseitigen.
Auch hat eine zentrale Stromproduktion keine Zukunft mehr. Die Grenzkosten für eine kWh werden in den nächsten Jahren gegen Null sinken. Somit sollte man sich auch da überlegen, in welche Produktionsart man investiert.
Grüsse

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