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Leserbrief

Umfahrung Schmitten

Peter Hartmann,
08. November 2019, 13:04:03

Mulegns ist auch in Schmitten und anderswo

Zutreffend und pointiert wie immer hat sich Köbi Gantenbein in seiner Kolumne zur Verschiebung der «Weissen Villa» in Mulegns bzw. zum allgegenwärtigen «Bückling vor dem Primat des Autoverkehrs» geäussert. Er hätte auch über Schmitten schreiben können, allerdings andersrum, denn hier wird dank dem jüngsten Bundesgerichtsentscheid eine wunderschöne Terrassenlandschaft vor der Zerstörung gerettet.

Schmitten liegt an einer kantonalen Hauptstrasse. Durch das teilweise enge Dorf fahren im Mittel 2'000 Autos pro Tag. Dies scheint auf den ersten Blick viel zu sein. Ist es aber nicht, denn es ist nicht einmal die Hälfte des Verkehrs in der Loëstrasse in Chur, einer Sammelstrasse in einem anerkanntermassen ruhigen Wohnquartier.

Was ist nun zu tun in Schmitten nach diesem Bundesgerichtsentscheid? Für 60 Millionen ein Umfahrungstunnel buddeln? Oder doch gescheiter von Roveredo lernen? Auch der Ortsteil Piazza von Roveredo liegt an einer kantonalen Hauptstrasse. Auf etwa der gleichen Länge wie in Schmitten ist die Strasse ebenfalls sehr eng und können die Autos ebenfalls nicht überall kreuzen. Doch im Gegensatz zu Schmitten fahren durch Roveredo nicht 2'000, sondern 6'000 Fahrzeuge täglich. Wie konnte das jahrzehntelang funktionieren? Ganz einfach, mittels einer Lichtsignalanlage, die bis zur Einführung eines Einbahnsystems vor kurzer Zeit den Verkehr im Engpass regelte. Springt der Kanton über seinen Schatten und installiert er auch in Schmitten eine Lichtsignalanlage, kann er mit den eingesparten fast 60 Millionen beispielsweise den Fuss- und Veloverkehr im Kanton in massivem Umfang fördern. Wir sind gespannt.

Peter Hartmann, Trimmis

Zum Artikel: Kolumne von Köbi Gantenbein und Artikel in der SO zur Umfahrung Schmitten

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Danke Peter, für diese objektive Betrachtung der Situation. Die Billiglösung durch das Trockengebiet direkt oberhalb des Weltkulturerbes, dem Landwasserviadukt, war ein klarer Fehlentscheid des Kantons! Wenige Millionen für die Verbindung zweier Bikedestinationen, wie Davos und Lenzerheide es sind, wäre für Fahrräder aus touristischer Sicht weitaus sinnvoller!