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Leserbrief

Nachtlärm beim Quaderschulhaus

Josephine Mattle,
29. Oktober 2019, 14:39:02

Immer wieder müssen wir Anwohner an der Quader- und Steinbruchstrasse, sowie Loestrasse nachts die Fenster schliessen, weil Jugendliche bis weit nach Mitternacht ihre Party mit lauter Musik und Gejohle vor dem Schulhaus Quader und auf der Strasse feiern, zudem das Schulareal über eine drogenfreie Zone verfügt. Solche Eskapaden finden vorwiegend am Freitag/Samstag statt und wir können nur hoffen, dass sich bei kühleren Temperaturen der Lärmpegel etwas reduziert. In der Altstadt wird ab 23 Uhr nichts mehr ausgeschenkt in den Gartenbeizen und das Gesetz konsequent eingehalten, obwohl man in den warmen Sommer- und Herbstabenden noch gerne draussen sitzen möchte. Wir Anwohner sind dankbar für gezieltere Überwachung in dieser Umgebung.

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Hallo Frau Mattle

Sie haben sicher recht, und leider ist es auch hier bei uns in der Altstadt alles andere als ruhig.

Aber ich habe gelernt Frau Mattle, dass die jungen Menschen dieses Ventil irgendwie brauchen, da man ihnen vom Elternhaus nichts Besseres oder Vernünftigeres gezeigt hat.

Komatrinken, mit dem Hundchen als Assesoir in die Disco, oder einfach nur laut sein; alles andere scheint uncool zu sein oder man kennt es nicht mehr.

Ich glaube wir könnten ein schönes Miteinander haben, wenn wir gegenseitiges Verständnis aufbringen, und eventuell wir Ä(E)ltern uns die Zeit nehmen und den Jüngeren, Interessantes und Lebenswertes erzählen und erklären würden.

Geht aufeinander zu, ohne Vorurteile und sprecht miteinander.

Danke
Guido Gyssler

Liebe Josephine Mattle, vielen Dank dass Sie diesen Leserbrief schreiben. Die meisten Opfer leiden "still", fühlen sich ohnmächtig gegenüber dem unnötigen, praktisch allgegenwärtigen Lärm.
Leider dürften auch Leserbriefe (ich schreibe seit Jahren) nicht genug nützen für Nachhaltigkeit/Heilung.
SO-Leserbriefe gegen Lärm, Beispiele:
Patrick Müller (25.10.2019)
Johannes Fischer (17.10.2019)
Carla Hesse (5.10.2019)
Timo Stammwitz (23.9.2019)
Walter Bretscher-Issler (24.8.2019)
Erika Schneider (24.7.2019)
Hedy Sprecher (22.7.2019)
(…)
Heinz Lorenz (15.8.2018)
Heinz Lorenz (11.11.2015)
Bisher gingen Menschen deswegen bis vor Bundesgericht (Beispiel Bolgenplaza: es dauerte etwa 15 leidensvolle Jahre bis zum Urteil, sogar danach keine saubere Lösung https://antisozial.webnode.com/ ) oder rufen die Polizei (beispielsweise 20 bis 22/23 Uhr ist es Lärmbelästigung, von 22/23 bis 07 Uhr ist es Nachtruhestörung), aber auch das ist mit Aufregung verbunden und vor allem: Ich finde es insgesamt leider Sisyphus in unserer Overkillzivilisation (Lärmquellen indoor und outdoor) inklusive "verdichtetem Bauen", weshalb ich einzig mein Projekt Fraktionierung/Melioration als Lösung sehe.
Siehe meine Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2019-10-15/5g-gegner-koennen-mit-…
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2019-10-27/mobilitaetsstrateg…
Ja, Frau Mattle, in der warmen Jahreszeit möchte man endlich via offene Fenster Anteil an Wärme und Natur spüren nach dem langen Winter. Stattdessen Lärm und Abgase, die "Hoffnung", dass es kalt werde (dies die Lärmenden hemme): wie traurig. Jedoch in Medien lese ich ständig, wie sozial, hilfsbereit und empathisch man doch sei, kompetent sowieso. Ich finde das heuchlerisch und empörend.
Beispiel: Seit jeher gibt es Artikel zum Thema Schlafen, beispielsweise heute (SO 29.Okt.2019): Denise Rudin, Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsamts Graubünden ("Yoga und Lavendelduft"); in derselben Zeitungsausgabe ganzseitig die PDGR zu "Burn-out" ("unbedingt ernstnehmen und reagieren"). Abgesehen von offensichtlichen Fehlern und haufenweise Plattitüden, WARUM fehlt in beiden Artikeln der epidemiologisch entscheidende Faktor Lärm?
o Bei jeder mir bekannten Mieterumfrage zuoberst in der Negativliste.
o WHO: Stress - insbesondere durch Lärm - ist neben Luftverschmutzung die Hauptgesundheitsgefahr.
o Bundesamt: "Lärm macht krank, Gewöhnung nicht möglich."
o Schweizerische Herzstiftung "Aktiv gegen Herzkrankheiten und Hirnschlag" titelt (August 2018): "Lärm schadet dem Herzen".
o Lärm kann nicht nur foltern (wie das US-Militär bei Noriega und in Guantanamo bewies), die Alten Chinesen bewiesen bereits, dass man damit töten kann.
o Beobachter 9.10.2000: An einer schweren Herzkrankheit leidet der Rentner Hans G. Das Fenster seines Schlafzimmers öffnet sich gegen den Parkplatz eines Restaurants. Immer wieder reissen ihn Gespräche, Gelächter oder knallende Autotüren aus dem Schlaf. Für die Ärzte ist klar: Ausgelöst wurde die Krankheit durch die «lärmbedingten dauernden Schlafstörungen».
o www.wohnenmusthave.webnode.com : Ich bin, intensiviert seit Monaten, seit Jahren bekümmert: eine chronischkranke Patientin (Dauerschmerzen, Hirnschlag, Herzkreislauf etc.), Arztattest "Schutz vor insbesondere Abruptlärm" (Knalle) benötigt, wird durch Nachbarschaftslärm teils unglaublicher Art, ich sage es direkt, sukzessive umgebracht.
….
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2018-11-01/graubuenden-spaziert-b…
Wolfgang Reuss
02.11.2018 - 00:22 Uhr
Aber was sollen die armen Opfer tun, die nicht spazieren gehen können, weil sie keine Kraft haben infolge weil sie nicht schlafen dürfen durch Lärm und Abruptlärm praktisch around-the-clock? Warum finde ich keine Menschen in GR die verstehen, was man früher sehr wohl verstand: Schlaf ist die beste Erholung!
https://www.merkur.de/leben/gesundheit/schlaf-studie-laerm-schadet-konz…
Für einen gesunden Schlaf sei eine ruhige Umgebung wichtig. Dies gelte insbesondere für geräuschempfindliche Menschen, etwa Kinder, Schichtarbeiter, Senioren oder Patienten mit chronischen Erkrankungen, sagt Elmenhorst.

Frau Mattle, noch nicht einmal die traurige Hoffnung (den Charme des Sommers verpassen müssend), dass es kalt werde – und somit ruhiger – dürfte funktionieren. Meine Erfahrung: Die Stadt fördert den Lärm flächendeckend ganzjährig. Gemäss Churermagazin 11/2019 startet "Mitten in der Stadt" (ich frage: warum nicht im Rossboden/Industriequartier?) das Eisfeld Quaderwiese (16. Saison): 16. Nov. bis 1. März 2020. MO–SA von 10–21 Uhr, SO 10–20 Uhr. Übrigens, es ginge auch ohne Lautsprecher, früher und anderswo war das Usus, bloss, diese gesunde Bescheidenheit werden Sie heute leider nicht mehr erleben.

Siehe meine Kommentare dazu:

https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-04-19/zu-wir-haben-gefragt-vom-mittwoch-18-april-2018

https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-06-17/laermbeschallung-von-der-quaderwiese

Was denken sich eigentlich die Eltern punkto diese jugendlichen Hörgeräte- und Tinnitusanwärter?

https://www.suedostschweiz.ch/kultur-musik/2018-09-29/die-schlagerparade-2018-im-livestream

Zusatzkommentar:

«Denk ich an Chur (am Tag und) in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.»

(Statt von Heine von mir alias undichten Dichter.)

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