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Leserbrief

Mobilitätsstrategie Chur 2030

Fritz Schulthess,
27. Oktober 2019, 22:08:44

Ich habe Mobilitätsstrategie Chur 2030 mal durchgelesen.
Am 5. März 1989 erhielt der Stadtrat von der Churer Bevölkerung den Auftrag, Maßnahmen zu ergreifen zur „flächendeckenden Verkehrsberuhigung insbesondere in den Wohnquartieren … sowie längerfristig eine Reduktion des privaten Motorfahrzeugverkehrs anzustreben“. Seither hat der Verkehr weiterhin zugenommen, und an diesem Trend wird auch diese man-will-es-allen-recht-machen Strategie, die kaum nachhaltigen Lösungen vorschlägt, nichts ändern.
Unter den Zielen steht u.a., dass Chur transporteffiziente und nachhaltige Verkehrsformen prioritär behandeln und die Verkehrsemissionen reduzieren wird. Emissionen lassen sich nur reduzieren, wenn sich der Verkehr reduziert. Manche der vorgeschlagenen Massnahamen würden aber zu einer Zunahme des Verkehrs in Wohnquartieren führen. Da werden z.B. Anschlussmöglichkeiten zum Autobahnanschluss Chur Nord durch eine Verlängerung der Austrasse, Ausbau des Wiesental-, Reitenau- und des Giacomettiwegs, oder eine Direktverbindung Für den Bus zu Hauptverkehrszeiten (HVZ) aus Richtung Haldenstein via Rheinstrasse ins Industriegebiet und Chur West, die unweigerlich benutzt werden würden, um zu HVZ die Ringstrasse zu umfahren, in Betracht gezogen. Dies würde automatisch zu einer Zunahme des Verkehrs in den Quartieren der Neustadt führen. Vage erwähnte flankierende Massnahmen, die dies verhindern sollten, wären schwer umsetzbar. Mit diesen Anschlüssen will man die Masanser- und Ringstrasse, die zur Kantonsstrasse werden soll und wo man eine Verkehrszunahme von 30% bis 2035 erwartet, entlasten, was aber auf Kosten von anderen Quartieren gehen würde.
Wenn man sieht, dass zu HVZ geschätzte 80% der Autos auf der z.B. Ringstrasse mit nur einer Person besetzt sind, ist es klar, dass nur Massnahmen, die den Individualverkehr erschweren, eine Verringerung des Verkehrs bewirken können. Sonst bringt auch ein Ausbau des ÖVs nichts und die Transporteffizienz bleibt weiterhin auf einem tiefen Niveau.
Es ist offensichtlich, dass die Stadtregierung das zunehmende Streben der Bevölkerung nach Nachhaltigkeit in allen Bereichen (und nicht nur beim Klima) für einen Hype hält, der wieder vergehen wird. Da kann man nur hoffen, dass sich dies in den nächsten Gemeinde- und Stadtratswahlen auswirken wird. Wir brauchen Politiker, die nicht im letzten Jahrhundert steckengeblieben sind und den Mut haben, unpopuläre, aber an die neuen Realitäten angepasste, nachhaltige Lösungen zu entwickeln und vorzuschlagen statt alte Probleme auf kommende Generationen abzuwälzen.

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Ich finde dieser Stadtrat (der Gemeinderat als Legislative wäre auch anders wählbar) tut zu wenig für die Gesundheit: Abgase und Lärm steigen statt sinken/verschwinden in Motown Chur. Andererseits wird dem Publikum anlockend weisgemacht von Gian und Giachen
https://www.youtube.com/watch?v=lMRwflGE2sg&list=PL8E3380965EC1EE83
Chur und GR sei toll zum Wohnen und leben (des Churer Stadtpräsidenten Slogan "Nit nu in Chur wohna, au in Chur läba"). Ich erlebe Gegenteiliges.
"Die Hoffnung stirbt zuletzt" bedeutet "Der Hoffende stirbt vorher"?
Nun, die Beibehaltung/Ausbau (statt Wegzug) des Waffenplatzes Chur hat Nachhaltigkeit eh vermasselt. Daher wäre es konsequent, wenn diejenigen, die Stille und Luftkurort (also das, was im Marketing bloss vorgegaukelt wird) als notwendig zu erkennen fähig sind, ein neues Chur an einem besseren Ort gründen (GR hat ja 150 Täler – obwohl mir bis jetzt weder GRF noch sonstjemand mitteilte, wie die heissen – die gemäss Medienberichten entvölkern, "potenzialarme Räume", die angeblich keiner will).
"Exponentielles Wachstum"-Religion: Effizienzsteigerung des heutigen Systems (vor dem Systemwechsel, aber der steht trotz Klimaschülern in den Sternen) – NOCH mehr neue Strassen, Umfahrungen, Tunnels, Verbreiterungen, Erweiterungen etc. – generiert zusätzlichen Verkehr, steigert die Konsumunersättlichkeit (auch Ineffizienzen wie "eine Person pro Fahrzeug"), die längst zur Sucht wurde, eine Unbefriedigtheit, die sich ohrenfällig Bahn bricht in den Massen dezibelfrisierter Motoren/Auspuffklappen (aus denen äusserst gesundheitsförderndes quillt), unnötiger Lärm, während andererseits viel Geld in Lärmschutzmassnahmen gesteckt wird: Schilda, wie es leibt und bebt.
...............
Wolfgang Reuss
14.10.2019 - 14:33 Uhr
Sensationell:
https://www.bluewin.ch/de/news/wissen-technik/schweizer-professor-warnt…
Schweizer Professor Nordborg fordert exakt das Richtige (was ich seit Jahren als Turnaround in GR: Prototyp zwecks Aha-/Domino-Effekt "Gesundheitstourismus auch für Einheimische – Vorbild für die Welt" fordere), primär Verzicht (Gewinn an Wesentlichem):
https://www.aargauerzeitung.ch/leben/leben/verzichten-fuer-eine-bessere…
Krankenkassen:
SWICA – WEIL GESUNDHEIT ALLES IST
VISANA:
https://www.visana.ch/de/blog/2019/stufe3-spazieren-statt-laufband
Ich finde den Privatverein/-stiftung AVENIR SUISSE katastrophal: Kontra Klima Defätismus streuen: Stereotyp-Plattitüden noch und noch. Meine Meinung: Das Volk muss sich im ureigensten Eigeninteresse emanzipieren von derlei Opinionleaders-Obrigkeit.
………..
Über Chur:
https://www.suedostschweiz.ch/ladenlokale
Wolfgang Reuss
07.03.2019 - 15:07 Uhr
Gehts der Altstadt Chur ähnlich wie Graubünden Ferien?
Verlassene Goldgräbertowns wie im Wilden Westen nach dem Boom?
Leute, mit Fantasie und Wille wäre so vieles möglich, jedoch wenn man am Altem hängt wie die Fliege an der Spinnwebe bzw. wie der Sennhof-"Neubau" Kontinuum am kontinuierlichen Einheitsbrei (bloss eine Arcas-Kopie quasi), dann bleiben wir halt auf der Strecke.
...
Wann kommt endlich der erst ELEKTRO-Bus in Chur?
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2019-10-15/kampf-gegen-das-lae…
Wolfgang Reuss
16.10.2019 - 02:34 Uhr
Beim Stichwort Strategie(papier) fällt mir, äh… GRF ein. Oje.
Punkto Stadtbus dürfte sich der Stadtrat hoffentlich bitte fragen, wieviele Diesel-Busse es beispielsweise in der Quaderstrasse sind: 500 oder 800 pro Tag? Inzwischen noch mehr? Nicht nur die Fensterbretter sind dort jeweils innert kurzer Zeit schwarzrussig (die WHO setzt Dieselabgase mit Asbest gleich).
https://www.welt.de/gesundheit/article106567737/Dieselabgase-so-krebser…
Könnte man zumindest hinsichtlich der erwogenen Altstadt-Linie endlich die Busse-Umrüstung starten?
Elektro:
https://www.toponline.ch/news/schaffhausen/detail/news/schaffhausen-gib…
Wasserstoff:
Dass es in der Schweiz europaweite Avantgarde gibt, zeigt dieses Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=hba4sA_FP5w&#t=57m18s
Für ein entspanntes Sein in der Altstadt sind mir dort zu viele Autos, Lieferwagen, LKWs und Lärm sowieso, und zu wenig Grün.