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Leserbrief

Lärmbelästigung in Chur

Carla Hesse,
30. September 2019, 10:22:23

Erste Reaktionen: Vor dem Unterschreiben der Initiative

Meine zwei Enkelkinder mit Mutter, Schweizer mit Wohnsitz in Berlin, haben im Februar 2019 auf Brambrüesch, unserem Naherholungsgebiet, eine Woche die Skischule besucht. Ich selbst habe mir den Besuch auf Brambrüesch geschenkt, denn der Schiesslärm war auch dort unerträglich. Ich fühlte mich wie im Krieg, denn Krieg habe ich als Kind erlebt und will mich nicht noch in einem Erholungsgebiet daran erinnern. Die nächste Skischule werde ich in ihren Ferien irgendwo anders buchen. Militär, unsere heilige Kuh. Leider haben wir den Kühen die Hörner abgeschnitten und somit darf ich fragen: Wieviel Umweltverschmutzung verursacht das Militär? Ich bin fast täglich mit meinem Hund auf dem Rossboden, bewundere die neue, schöne Sport- und Flussanlage, doch dann beginnt die Schiesserei. Die von ausserhalb spielenden Sportler schauen irritiert in die Luft und schütteln den Kopf. Schade, ich kann ihnen die Lernbelästigung auch nicht erklären und fahre mit meinem Hund nach Haldenstein oder noch weiter rheinabwärts. Lärmbelästigungen im Naherholungsgebiet passen auch mit grösster Toleranz nicht zusammen.

Zweite Reaktionen: Beim Unterschriften Sammeln

Wir sind alle nur Natur, ich frage mich, wie gehen wir damit um. Schiesslärm nehmen viele in Kauf. Bei einem Gewitter verkriechen sich Mensch und Tier. Lärmbelästigung und Klimaerwärmung, die grossen Themen unserer Zeit. Was tut das Militär dagegen? Schiesslärm in Chur, kein Problem. Viele Bürger stört der Lärm nicht, was heisst, sie können die Stille nicht ertragen. Das heisst auch, man hört auf zu denken. Denkende verändern und klären auf. Über das Militär, unsere heilige Kuh, wird nicht diskutiert. Ich selbst mag die Lärmbelästigung durch das Militär nicht. Wenn ich erklären will, was ein Krieg bedeutet, heisst es, wenn mich der Lärm stört, kann ich ja die Stadt verlassen. So reagiert man bei Lärm. In der Stille und Ruhe sieht ein Gespräch anders aus. Man denke nur an die grossen Dichter und Philosophen, die bei uns in der Stille die wunderbarsten Bücher geschrieben haben. Wer durch Lärm die Natur stört, vergisst, dass wir alle nur Natur sind.
Danke an die jungen Menschen, für die Initiative gegen Lärmbelästigung.

Zum Artikel: Lärmbelästigung in Chur, GR, 30.09.19

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