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Leserbrief

Suchtkranke und IV?

Gyssler Gyssler,
07. August 2019, 14:23:36

Hallo Leute
ich habe einen Artikel lesen dürfen, der bestätigt, dass das Bundesgericht bestimmt hat, dass Suchtkranke (Drogenabhängige usw.) jetzt auch einen Anspruch auf eine IV Rente haben sollen. Und die verantwortlichen Personen der Supervention meinen sogar, dass es dadurch keinen grösseren Zulauf an IV-Abklärungen geben wird.
Also ich weiß ja nicht wo diese Beamten ihr Leben leben, aber sicherlich nicht hier bei uns. Denn ein solches Gesetz ist einem Freibrief gleich zu setzen.
Psychisch kranke Menschen, Menschen im Rollstuhl und auch wir Lungenkranken, müssen Jahre kämpfen um eine IV Rente zu erhalten, obwohl wir ja nichts dafür können, dass wir diese Krankheiten haben. Und selbst dann, bei erwiesenermaßen unheilbaren Krankheiten, müssen wir alle Jahre zu einer Kontrolle. Könnte ja sein, dass eventuell jemand von den Todkranken zu den Halb todkranken aufgestiegen ist. Ein für mich absoluter Verhältnis Blödsinn. Menschen die wirklich auf eine IV Rente angewiesen sind, werden behandelt wie arbeitsscheue oder Schmarotzer. Und das ist für mich einfach nicht richtig.

Mein Vorschlag an die IV-Behörde wäre; macht doch erst mal euren Job richtig, und beurteilt die bestehenden IV-Fälle richtig. Was leider den meisten Beamten auf unseren Ämtern fehlt (nicht nur bei der IV, auch das Amt für Migration, oder das Sozialamt usw), ist Fingerspitzengefühl für die Betroffenen. Die Menschen, die mit solch einem Schicksal geschlagen sind, haben sicher schon genug zu leiden mit der Aussicht auf ein kurzes, eventuell sogar schmerzhaftes Leben. Da brauchen sie Leute an ihrer Seite die für ihre Rechte und Pensionen kämpfen und einstehen, und nicht Beamte, die genau diesen Menschen noch auf den "Hals" stehen. Wir IV-Rentner stehlen nichts aus deren eigenen Taschen!!!

Es wundert mich immer wieder, wenn man bei einem solchen Amt um einen Termin nachfragt oder eine Auskunft möchte, dass die Antwort meist dieselbe ist; "Oh, die zuständige Person ist leider nicht gerade verfügbar". Und auf die Frage wo diese Person sich dann aufhalte, bekommt man meist einen ausweichende Antwort, oder die Standardantwort "Sie oder er, sind an einem Weiterbildungskurs oder Meeting".

Wozu diese ganze Weiterbildung, wenn diese Beamten dann keine Zeit mehr finden, das Gelernte auch bei ihren Klienten anzuwenden, oder keine Lust dazu verspüren.
Fingerspitzengefühl, Verständnis für die Situation, Wissen über die Krankheit und der persönliche Kontakt mit dem IV-Nehmer wären für mich die wichtigsten Dinge, die ein solcher Beamter beherzigen sollte und auch anwenden sollte. Na ja, vielleicht wird sich ja mit dem neuen Gesetz des Bundesgerichtes (IV für Suchtabhängige), einiges ändern. Ich hoffe es für alle die bis Dato immer noch auf ihre Abklärung warten.
Kämpft weiter und gebt nie auf.

Zum Artikel: Auch Suchtkranke erhalten Chance auf IV-Rente

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Herr Gyssler, Sie haben zu 100 Prozent Recht!
Ich könnte ein Buch darüber schreiben, die Arroganz und Unfähigkeit der IV. Hier ist jeder Kommentar Zeitverschwendung. Was kann man dagegen tun?

Hans A. Kröner
Alt-Versicherungsfachmann

Herzlichsten Dank für Ihren Kommentar Herr Kröner.
Wir können sehr wohl was dagegen tun!

Wir sollten uns mal wieder mehr auf unsere eigenen althergebrachten Werte besinnen. Will heißen, setzen wir uns wieder mal für uns selbst und unsere direkten Mitleidenden ein.

Wir sollten uns wieder darauf besinnen, dass wir Rechte haben, und uns nicht immer wieder herunter machen lassen oder als Menschen 3ter Klasse behandeln lassen.

Meschen die ein unheilbares Leiden haben welches nicht durch eigenes fahrlässiges Verhalten zu einer IV-Berechtigung geführt hat oder führt, sollten auch eine solche Rente problemlos erhalten. Nicht erst nach jahrelangen Streitigkeiten mit den Ämtern.

Und zwar schnell und effizient. Ein Kampf für das eigene Recht, teilweise über Jahre, kostet nicht nur Unmengen an Geld, sondern auch physische und psychische Kraft, die diese kranken Menschen einfach nicht mehr haben.

Die IV wurde einmal erschaffen, um lebensbedrohten, kranken Menschen, einen Lebenswerten Rest ihres Daseins zu ermöglichen.

Heute werde wir IV Rentner als Schmarotzer oder Arbeitscheue Individuen tituliert, und die von uns über Jahre bezahlte IV, wird uns vorenthalten.

Bessere Ausbildung der zuständigen Beamten, ein besseres Wissen über die Krankheiten ihrer Klienten, und das persönliche Engagement zu IV Berechtigten wäre für mich ein erster guter Schritt zu einer Verkünftigen Lösung.

Die von den meisten Beamten gebrauchte Ausrede, dass die IV früher oft betrogen und belogen wurde, kann stimmen, ist jedoch nicht der Fehler der IV Nehmer, sondern derjenigen, die solche Betrügereien zugelassen habe, ja sogar vielleicht vom einen oder andern provitirten.

Also, Wehr Euch und kämpfen für Euer Recht. Irgendwann werdet Ihr gehört werden.

Danke
Guido