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Leserbrief

Maiensässfahrt

Vitoria Colagrande,
02. Juli 2019, 08:18:00

Mir fehlen die Worte.
Als ich den Leserbrief «Maiensässfahrt ist eine Tortur» vom Dienstag 02.07.2019 gelesen habe, musste ich dreimal leer schlucken und es rutschte doch nicht runter.
Also entschloss ich mich kurzerhand in die Tasten zu hauen.
Was bitte ist hier eine Tortur? Es ist absolut kein Vorwurf aber jemand der die Maiensässfahrt nie miterlebt hat, hat keine Ahnung was an diesem Tag abgeht und kann diese wunderbare Tradition sicherlich nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich wird es so sein, dass die zehnjährige Tochter mit einem Privatchauffeur zur Schule gebracht wird. Im Bus könnten ja zu viele Fahrgäste sein. Sorry für den kleinen Sarkasmus. Nein also wirklich. Aber bitte, machen wir doch einen Versuch:
Für Schüler und Schülerinnen die sich auf der Maiensässfahrt nicht wohlfühlen oder diese zu streng ist, melden sich an diesem Tag beim Schulhaus-Abwart und helfen ihm den Pausenplatz zu säubern oder bei sonst irgendwelchen arbeiten die getätigt werden müssen. Wär das was?
Abschliessend möchte ich noch erwähnen, möge die Maiensässfahrt noch viele tausend Jahre stattfinden.
Auch heute noch, mit 58 Jahre erfreue ich mich ab den fröhlichen Gesichtern beim losmarschieren am Morgen und dem Abschluss auf der Quaderwiese. «Mora isch Schuhalfrei» phuu es tschudert mich grad.

Zum Artikel: "Maiensässfahrt ist eine Tortur" vom Dienstag 02.07.2019

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Vielen Dank Frau Colagrande für Ihren konstruktiven Beitrag.
Beim Schneesporttag können die Kinder wählen, welche Sportart sie ausüben wollen. Kann es beim Maiensäss auch dem Interesse der Kinder angepasste Kategorien geben, wo sie die Bevorzugte Weise, wie sie den Tag verbringen wollen wählen können? zB Fernwanderer(Trailrunner), Pflanzenbestimmer ev essbare Pflanzen sammeln, Kräftemesser mit einem Teamwettkampf (kann die Schulhauskriege ersetzen, welches nach Aussage meiner Tochter dieses Jahr nichtmehr erlaubt waren), ungeübte Langsamwanderer, Ruhe und Aussicht geniesser, Vögel beobachter, Müllsammler und Weidewiesen reiniger...
Vielens hat sich verändert im Schulunterricht in den letzten 40 bis 100 Jahren. Nur schon die Schülerzahl wird einiges höher sein als zu Ihrer Zeit. Ich habe 32 1. und 2. Klässler Klassen gezählt, dies gibt bei einer Duchschnitts Schühlerzahl von 18 pro Klasse 576 Schüler auf dem Mittenberg. Wir sind als Familie mindestens einmal pro Jahr dort; die anderen Maiensässplätze kenne ich nicht, und ich sehe beim besten Willen nicht, wie ein vom Trubel überfordertes Kind bei dieser Anzahl einen Rückzugsort finden kann.
Jeder von uns kennt die Gruppendynamik, welche in Schulklassen entstehen und vermutlich die eine oder mehrere Schulkollegin, die sich nie wohl in der Klasse gefühlt hat oder gar aktiv ausgegrenzt wurde von ihren Mitschülern.

Uns Eltern ist wichtig, dass unsere Tochter Gefahren einschätzen kann und die Risiken ihrer Aktionen kennt. Wenn sie uns sagt, ich fühle mich nicht sicher, dann besprechen wir, wo sie die Gefahren sieht, ob wir diese Sicht teilen und wie sie das Unfallrisiko senken kann.
Auf dem Pausenplatz hat sie Strategien entwickelt mit ihrer Freunden um negativer Gruppendynamik aus dem Weg zu gehen. Über den ganzen Maiensässtag gelingt ihr dies nicht, darum ihre negativen Aussagen zu diesem Anlass.

Übrigens kennt sie das Churer Bussystem bestens und nutzt es selbständig mit Begeisterung. Auch wird sie von uns nirgens chauffiert, weil wir kein Auto besitzen. Ich finde es unterhaltsam, welche Vorstellungen Menschen entwickeln, wenn Sie nur eine kurze Aussage von einer Person lesen.

Liebe Vitoria Colagrande,
Dass es Leute gibt, welche sich in riesen Menschenmengen nicht Wohlfühlen gilt es schlicht und einfach zu Akzeptieren.
Dass gerade Sie sich als derart intolerant outen tschudert mich auch gerade...