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Leserbrief

Gleichstellung

Martha Widmer-Spreiter,
25. Juni 2019, 13:47:31

Werden unsere Kinder zu Karrierekillern degradiert?
Der Frauenstreik liegt hinter uns, er hat bei mir so einiges bewegt. Ja ich bin für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Und ja, ich sehe sehr wohl Verbesserungspotenzial. Was mich an der ganzen Diskussion aber stört ist: Unsere Kinder werden nicht mehr als Geschenk betrachtet, nein sie werden zu Karrierekillern degradiert. Für mich ist es nach wie vor eine der schönsten und wichtigsten Aufgaben einer Frau, Mutter zu sein und ein Kind grosszuziehen. Kinderkrippen können die Pflege und Betreuung übernehmen, Schwangerschaft und Geburt aber können nur von einer Frau (Mutter) übernommen werden. Für mich war dies immer ein Privileg, ja ich war und bin glücklich Mutter zu sein. Dies bedeutete nicht, dass ich auf meinen Beruf verzichten musste. Ich bin einfach ein bisschen kürzergetreten. Die Karriere stand nicht im Mittelpunkt.
In der heutigen Zeit gibt es viel mehr Möglichkeiten Familie und Beruf zu kombinieren. Kindertagesstätten, Teilzeitarbeit, Home Office usw. Auch sind die Männer heute in der Regel eher bereit sich an der Kinderpflege und Betreuung zu beteiligen. Ich unterstütze es sehr, wenn Frauen nach einer angemessenen Babypause wieder in den Beruf einsteigen. Jede Frau soll aber selbst entscheiden, was ihr wichtig ist und wieviel sie nebst der Familie noch arbeiten möchte. Vergessen wir nicht, Mutter zu sein ist ein Vollzeitjob. Dies soll auch geachtet und respektiert werden. Es darf nicht sein, dass eine Mutter, die nicht oder nur niederschwellig im Berufsleben steht, schief angeschaut wird.
Stellen wir unsere Kinder wieder in den Mittelpunkt, nehmen wir sie als Geschenk an und seien wir uns unserer Verantwortung bewusst.
Martha Widmer-Spreiter Grossrätin und Natinalratskandidatin

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