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Leserbrief

SP die Klimapartei

Beat Deplazes,
23. Juni 2019, 22:17:30

SP die Klimapartei
Der Klimawandel ist das Thema, das weltweit die Menschen bewegt. Auch in Chur streiken die Schülerinnen und Schüler, damit die Politik endlich Massnahmen gegen die Klimakatastrophe ergreift.
Die SP Graubünden setzt sich seit vielen Jahren für eine griffige und zukunftsweisende Energiepolitik ein. In der Junisession des Grossen Rates wurde der «Green New Deal» Auftrag von SP Grossrat Wilhelm mit über 100 Stimmen überwiesen. Damit wird die Regierung verpflichtet, Massnahmen im Bereich Klimaschutz inklusive Finanzierungsplan und wo notwendig, Anpassungen von gesetzlichen Grundlagen vorzunehmen.
Die Kandidatinnen und Kandidaten der SP setzen sich für eine CO-2 Abgabe auf Treibstoffe und insbesondere auf Flugreisen ein. Die kantonalen gesetzlichen Grundlagen für die Dekarbonisierung bei den Brennstoffen müssen angepasst werden.
Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs muss weiter getrieben werden mit gleichzeitigem Ausbau des Langsamverkehrs. Die Schweizer AKW sind die ältesten der Welt. Sie müssen endlich mit einem Abschaltdatum versehen werden.
Die Sonne kann und wird unsere Energieprobleme lösen. In Graubünden herrschen betreffend Energieproduktion mit der Sonne spanische Verhältnisse, dass heisst mit der gleichen Anlage kann in Graubünden gleich viel Strom wie in Spanien produziert werden.
Ich wähle im Herbst die KandidatInnen der SP-Liste 9 mit Sandra Locher Benguerel, Erika Cahenzli-Philipp, Franziska Preisig, Philipp Wilhelm für den Nationalrat und Jon Pult für den National- und Ständerat. Sie werden unsere Anliegen aktiv und unabhängig vertreten.

Zum Artikel: Ausgabe GR so bald als möglich

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Bei den letzten Gemeinderatswahlen schien Umwelt und Klima bei keiner der Parteien ein sehr wichtiges Thema zu sein. Die Kampagne der Grünen hat mich mehr verwirrt als informiert, und wenn ich sehe, was so der grüne Stadtrat Tom Leibundgut betr. Klima und Verkehr von sich gibt, da frage ich mich, ob jemand bereit ist Nägel mit Köpfen zu machen. Im Grossen Rat scheint die Situation nicht anders zu sein.
Ich weiss mit Bestimmtheit wen ich im Herbst nicht wählen werde, aber wen ich wählen werde, wird u.a. von dem neuen Verkehrskonzept und der Reaktion der Gemeinderäte dazu abhängen. Wenn die Politiker nicht bereit sind was Konkretes in Chur und Kanton zu unternehmen, nur weil man sich damit unpopulär macht, was wollen sie dann in Bern erreichen? Das ist doch reine Augenwischerei.

Europa und die heissen Sommer
Es ist damit nicht mehr getan, wenn sich heute eine politische Partei nur auf den Klimawandel stürzt und dabei das Weltproblem Nr. 1, die Umweltverschmutzung mit allen Folgen, quasi als kleinliche Nebensache betrachtet und lieber still ist. Gerade geschaffen für selbständig denkende Politiker (innen) ist der nachstehende Sommer Beitrag.
Benimmt sich das Wetter wieder einmal aussergewöhnlich, wird erstaunt gesagt: „Das gab es noch nie, das hat mit dem Klimawandel zu tun“. Wer sich in Chroniken über das Wetter in Mitteleuropa im 20. Jahrhundert ein Bisschen orientiert, reagiert dementsprechend anders. Während wir mit der Hitze noch gut leben konnten, forderte die Hitze im 20. Jahrhundert in anderen Erdteilen viele Hunderttausend Menschenopfer.
Im Sommer 1911 herrschte in Deutschland wochenlang eine fast unerträgliche Hitze. In Berlin zeigte das Thermometer 35 Grad C. 1921 erlebte Berlin wieder einen heissen Sommer. Die Temperatur von 34,4 Grad C war die höchste seit Jahrzehnten. Breslau im August 1921 meldete eine extrem lange Hitzewelle mit 35 Grad C. Die Prager registrierten im Sommer 1921 sogar 36 Grad C. In der Schweiz ging das Jahr 1921 als Sonnenjahr mit drei regenarmen Sommermonaten in die Geschichte ein. Auf dem Säntis bot der Blaue Schnee einen traurigen Anblick. Der Sämtisersee war fast leer. Von der langen Hitze 1934 in der Schweiz wurde lange geredet. Die Schweiz erlebte 1947 einen selten heissen Sommer. Der Sommer 1957 in Berlin war von einer Hitze mit 34,3 Grad C, wie seit 53 Jahren nicht mehr. Norddeutschland drohte im Juni 1957 eine katastrophale Dürre. 50 Quadratkilometer Wald wurden zerstört. Mitteleuropa plagte Mitte Juni 1957 eine Hitzewelle bis 30 Grad Celsius. Mitte Juli 1959 stand das Thermometer in Berlin auf 37,8 Grad C. Das war der heisseste Tag seit 1830. Auch der Schweiz machte 1959 eine schwere Hitze zu schaffen. Der Süden von Spanien meldete am 20. Juli 1967 die grösste Hitze dieses Jahrhunderts mit 47 Grad C im Schatten. Mitte Juni 1968 stieg das Thermometer in Spanien nochmals auf 47 Grad C. Jugoslawien litt im Mai 1968 an der grössten Trockenheit seit 80 Jahren. Genua kämpfte bis in den Oktober 1973 gegen eine seit 6 Monaten anhaltende Trockenheit. Im August 1973 bahnt sich in der Sahelzone Westafrika eine Dürrekatastrophe gewaltigen Ausmasses an, nachdem die Regenfälle dort jahrelang ausgefallen sind. In Deutschland und Italien wurden durch die Trockenheit 1975 im August 24‘000 Hektaren Wald von Flammen zerstört und Marseille war von einem Feuergürtel umgeben. Mitteleuropa stöhnte im Juli 1976 un¬ter einer extremen Trockenheit. In Basel stand das Thermometer im August 1983 auf einem neuen Hitzerekord mit 39,2 Grad C.
Was zeigen uns die heissen Sommer alleine schon im 20. Jahrhundert, war daran das CO2 schuld? Sind wir für das Klima verantwortlich? Kann das sein oder ist das nur eine Behauptung? Vor sechs Jahrzehnten lehrte die Wissenschaft: „Menschen können das Klima weder beeinflussen noch kontrollieren, und zwar wegen der riesigen Energien, die dazu nötig wären“. So gesehen muss es andere grössere Probleme geben, die der Politik keine Ruhe lassen. Um diese zu bewältigen, kommt da der Klimawandel gerade zur rechten Zeit? Mit dem Kampf gegen den Klimawandel wird auch die Umweltverschmutzung tangiert. Dazu braucht es aber eine Politik der Offenheit und die sucht man bis heute noch vergeblich.
Max Matt, Altstätten

Quellen:
Die Welt der Natur, Verlag Buch und Welt 1970
Chronik des 20. Jahrhunderts 1900-1981 Westermann Hermes, Braunschweig 1982
Chronik des 20. Jahrhunderts 1981-1999 Tages Anzeiger, Zürich 1999
Jahrbücher 1967-1976 Weltpanorama Faunus Verlag AG, Basel
Geschichte Altstätten Prof. Dr. Pl. Bütler, St. Gallen 1922

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